Low-Cost-Robotik von igus macht
Automatisierung besonders einfach

Low-Cost-Robotik von igus macht Automatisierung besonders einfach
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robolink Apiro Baukasten
Archiv | 25.01.2019 | Greifen, Drehen, Schwenken, Ablegen und wieder in die Ausgangsposition zurückführen – gerade bei einfachen Pick-and-Place-Aufgaben über einen langen Zeitraum hinweg ist eine kostengünstige Automatisierung die optimale Lösung. Doch wie lässt sich der Einstieg in die Welt der Automatisierung kostengünstig und einfach bewerkstelligen? Genau das macht der motion plastics Spezialist igus mit seinem Roboter-Gelenkbaukasten „robolink“ und seinem neuen Apiro Konzept möglich.

igus hat sich mit dem robolink Programm das Ziel gesetzt, günstige Komponenten aus schmier- und wartungsfreien Kunststoffen anzubieten. Mit dem modularen Baukastenprinzip von robolink kann der Anwender sich schnell eine einfache Automatisierungslösung schaffen. Dabei hat er die Möglichkeit Systeme individuell zusammenzustellen – entweder mit Einzelkomponenten wie Getrieben im Selbstbau oder mit komplett vormontierten Gelenkarmen, deren Leichtbauweise und Grösse sie besonders flexibel macht. Dank der modularen Kombination erhält der Kunde ein System, das für vielfältige Robotik-Aufgaben eingesetzt werden kann. Der Vorteil von robolink besteht darin, dass sich wiederholende und zeitraubende Aufgaben einfach automatisieren lassen, die bislang manuell erledigt werden. Und das ganz einfach und für einen Bruchteil der Kosten, die, mit klassischen Industrierobotern erforderlich wären. So können Ressourcen besser und effizienter eingesetzt werden.
 
Zeitersparnis dank Einsatz von Low-Cost-Robotik
Dass mit robolink Zeit und Kosten gespart werden können, stellte auch das Gewinnerprojekt des von igus ausgerufenen Low-Cost-Robotik Wettbewerbs unter Beweis. In dem Projekt von MLC-Engineering wird ein robolink Gelenkarm in der optischen Messtechnik einsetzt. Dieser 5-Achs-Roboter entnimmt nach der Fertigstellung des Werkstückes das gefertigte Teil aus einer Produktionsmaschine und transportiert es zu einem optischen Messgerät. Anschließend positioniert er das Werkstück nun mehrfach innerhalb des Messbereiches des Messgerätes, um alle relevanten Maße zu überprüfen. Dieses übermittelt die Werte zur eigenentwickelten Steuerung, die eine Gut-/ Schlecht-Bewertung vornimmt. Abhängig von dieser Bewertung legt der robolink Roboter das Werkstück auf ein Förderband oder in eine Ausschuss-Box. Die Automatisierung kleiner Aufgaben hat hier am Ende einen großen Effekt: Mitarbeiter können sich höherwertigen Aufgaben widmen und kürzere Taktzeiten lassen sich umsetzen. Das spart am Ende 76 Prozent an Zeit.
 
Modularer Baukasten für eine einfache Automatisierungslösung
Um Projekte wie von MLC-Engineering schnell und einfach zu realisieren bietet dem Anwender mit dem robolink Baukasten die Möglichkeit sein System aus Gelenken mit verschiedensten Getrieben, Motoren und Verbindungselementen individuell zusammenzustellen. Die robolink D Gelenke sind die beweglichen Verbindungsstücke zwischen den einzelnen Verbindungsblechen des Roboterarms, die mit Direktantrieb und Schrittmotor betrieben werden. Verschiedene Größen der Gelenke mit Schnecken- oder Wellgetriebe stehen dem Anwender dabei zur Auswahl. Der Motor befindet sich bei den Schnecken- und Wellgetrieben direkt an der Achse und kann je nach Anwendungsfall in einer wasserdichten Ausführung montiert. Die Gelenke können, neben den bei igus erhältlichen, auch mit Motoren anderer Hersteller betrieben werden. Da alle robolink Komponenten auch einzeln erhältlich sind, lassen sie sich individuell untereinander oder mit eigenen Komponenten sowie auch mit den drylin E Baukasten für Portale modular kombinieren. So kann beispielsweise ein mehrachsiger Gelenkarm auf einer schmiermittelfreien drylin E Linearachse verfahren. Die robolink D Verbindungselemente dienen dazu, die einzelnen Gelenke des Roboterarms miteinander zu verknüpfen. Erhältlich sind die robolink Gelenksysteme als fertige Roboterarme von zwei mit bis zu fünf Achsen. Durch das modulare Baukastensystem lassen sie sich jedoch beliebig oft erweitern und anpassen, da alle Bauteile auch einzeln erhältlich sind. Das gibt jederzeit Flexibilität im Automatisierungsprozess oder gleich die Möglichkeit, das Gelenksystem nach individuellen Bedürfnissen zu konstruieren.

Flexible Erweiterung durch Steuerung, Greifer oder Sauger
Die kostengünstigen und individuell anpassbaren Roboterarme von igus lassen sich mit unterschiedlichen Steuerungskonzepten ergänzen. Eine Lösung bietet die Low-Cost-Steuerung der Firma Commonplace Robotics GmbH, die speziell auf robolink D abgestimmt ist und zusammen mit einer einfach zu bedienenden Software geliefert wird. Mit Hilfe der Software werden die Bewegungsabläufe des Roboters dargestellt und können leicht verständlich programmiert und gesteuert werden. Diese Steuerung kann jetzt auch in den Fuß des robolinks integriert werden. Das robolink Baukastenprinzip macht die Roboterarme auch mit einer selbstprogrammierten Steuerung nutzbar und bietet somit höchste Modularität. Zusätzlich bietet sich die Möglichkeit die Roboterarme mit unterschiedlichen Saugern, Greifern und anderen Werkzeugen zu bestücken. So setzt auch igus selbst einen mit einem Hubsauger ausgestatteten robolink in der hauseigenen automatischen Montage des motion plastics Spezialisten ein.
 
Über Online-Tool robolink schnell konfiguriert
Vereinfacht wird das Konfigurieren des Low-Cost Roboters mit dem ‚robolink Designer‘: Das Online-Tool bietet eine intuitive Oberfläche, mit dem sich der gewünschte robolink-Gelenkarm nach eigenen Vorstellungen konstruieren lässt - von der ersten Achse bis zum individuellen Werkzeug. Die Software kann auch auf einem Tablet genutzt werden und ermöglicht unter anderem eine visuelle Simulation der Bewegungen durch die rotierenden Gelenke. Im Anschluss an die Konfigurierung erfolgt die Ausgabe einer Stückliste sowie eine direkte Anfrage an igus.
 
Neues robolink System Apiro für bis zu sechs Freiheitsgrade
Mehr Bewegungen mit einem System umsetzen, das ist die Mission des neuen robolink Apiro Baukastens von igus, den igus jetzt auf der Hannover Messe vorgestellt hat. Der Name ist Programm, denn der Begriff Apiro ist an das griechische Wort für „unendlich“ angelehnt. Bei der Entwicklung der neuen Serie lag der Fokus auf der Entkopplung von Motor und Getriebe sowie der Einführung völlig neuartiger Schneckengetriebe zur Erreichung von zum Beispiel sechs Achsen in einem Knickarmroboter. „Getriebe mit Linearbewegung, invertierte und herkömmliche robolink Schneckengetriebe sind in vier verschiedenen Größen geplant und können durch die hohe Modularität des Baukastens nach Wunsch miteinander kombiniert werden.“, erklärt Martin Raak, „So lassen sich mit dem neuen Baukasten selbst komplizierte Bewegungen umsetzen. Zum Beispiel kostengünstige und individuelle SCARA- und Portalroboter sowie Angusspicker zur Entnahme von Produkten aus Spritzgussmaschinen. Transport- und Handlingsysteme, ebenso wie humanoide und animatronische Roboter, die beispielsweise Bewegungen wie die einer Spinne realisieren können.“
 
Flexible Auslegung durch Baukastensystem und Multifunktionsprofil
In den Schneckengetrieben der neuen Apiro Serie kommen hochwertige Tribopolymere mit Festschmierstoffen zum Einsatz. Diese sorgen für eine hohe Stabilität, geringes Gewicht, Langlebigkeit und Wartungsfreiheit. Die Verbindung der Gelenke erfolgt beim robolink Apiro Baukasten über ein Multifunktionsprofil aus Aluminium. Es ermöglicht Antriebswellen in der Mitte durch einen Hohlraum zu führen, was sich das invertierte Schneckengetriebe zu Nutze macht. Durch das Getriebe rotiert das durchlaufende Aluminiumprofil, wodurch sich sein Einsatz ideal für Robotik- und Rotationsanwendungen eignet. Bei dem neuen Schneckengetriebe mit Linearbewegung kann das Aluminiumprofil linear durch das Getriebe verfahren oder das Getriebe verfährt auf dem Linearprofil. Alle Schneckengetriebe sind zudem besonders spielarm. Das Multifunktionsprofil bietet dem Anwender zusätzlich die Möglichkeit, die verschiedenen Getriebe der robolink Apiro Serie beispielsweise seriell zu verbinden. Parallele Gelenkverbindungen sind ebenfalls möglich, indem mehrere Apiro Gelenke nebeneinander gesetzt werden. Dadurch ergeben sich unzählige Kombinationsmöglichkeiten, um verschiedenste Anwendungen zu automatisieren.

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