Klar definierte Schnittstellen
Die innovative Klettverbindung ist primär für Innenräume gedacht, um etwa nicht-tragende Holz- oder Gipswände oder Teile mit Installationen auszutauschen. Insbesondere lohnt sich das Verfahren für langlebige Tragestrukturen, die über Jahrzehnte bestehen sollen, von kurzlebigeren Elementen wie Installationen, Oberflächen, Fußböden oder nicht-tragenden Innenwänden, sauber zu trennen.
"Das zentrale Prinzip von ReCon ist die Rückbaubarkeit durch klar definierte Schnittstellen. Dadurch sind im Falle einer Renovierung oder neuen Nutzung nur jene Bauteile zu tauschen, die abgenutzt sind oder neuen Anforderungen entsprechen müssen. Das verlängert die Gesamtlebensdauer eines Gebäudes erheblich, da statt eines Abrisses ein einfacher Teiletausch genügt", sagt Projektleiter Matthias Lang-Raudaschl.
Klammern sich an Pilzköpfe
Das System funktioniert wie ein Klettverschluss - nur in etwas größerer Dimension. An den zu verbindenden Enden der Bauteile befinden sich direkt eingearbeitete Pilzköpfe oder Haken, die sich auf der entgegengesetzten Seite in ein mittels 3D-Druck hergestelltes Klettelement verhaken und damit fest verbinden. Die im Projekt entwickelten Verbindungssysteme haben bei Tests im Labor eigenen Angaben nach eine gute Haftzugfestigkeit gezeigt.
Geprüft worden sind zwei Varianten des Klettverschlusses. Zum einen klebten die Experten industrielle Klettkomponenten auf herkömmliche Beton- oder Holzbauteile. Andererseits stellten sie Klettkomponenten aus den Rohbaustoffen Beton und Holz sowie aus Papierwerkstoffen her. Einen direkten Bezug zur Industrie schuf die Beteiligung des Software-Entwicklers Axtesys und NET-Automation, ein Spezialist für Automatisierung und Digitalisierung in Judenburg. (pte)