Extraktion bioaktiver Substanzen ohne Chemie

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Italienische Wissenschaftler entwickeln
hocheffizientes und kostengünstiges Verfahren

Extraktion bioaktiver Substanzen ohne Chemie
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Orange: Pressrückstände nun bio-extrahierbar (Foto: pixabay.com, Myriams-Fotos)
Archiv | 19.10.2019 | Bioaktive Pressrückstände aus Apfelsinen lassen sich dank eines schnellen und kostengünstigen Verfahrens ganz ohne chemische Lösungsmittel und damit umweltverträglich extrahieren. Zu diesem Schluss kommen Mitarbeiter des zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörenden Istituto per lo Studio di Materiali Nanostrutturali zusammen mit Kollegen des Istituto per la Biochimica.

Pektin oder Polifenole gewinnen

"Es handelt sich um die Bildung und Implosion von Kavitationsblasen bei Temperaturen unter dem Siedepunkt, die starke Druckwellen und Wasserstrahlen erzeugen", so Forschungsleiter Francesco Meneguzzi. Dieser Vorgang löse auf hocheffiziente und umweltschonende Art eine Reihe physikalischer, chemischer und biochemischer Reaktionen aus.

 

"Die Möglichkeit, wertvolles Biomaterial wie beispielsweise Pektin oder Polifenole rasch und ohne synthetische Lösungsmittel zu extrahieren, bedeutet für viele Industriezweige eine kostengünstige Alternative", sagt Meneguzzis Kollegin Federica Zabrin. Denn sowohl Struktur als auch Funktionalität bioaktiver Substanzen blieben erhalten. Auf der hydrodynamischen Kavitation basierende Technologien seien auch auf andere Zitrusfrüchte anwendbar und vor allem für die Hersteller im Lebensmitel-, Pharma- und Energiesektor interessant.

 

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die wissenschaftliche Studie ist in Zusammenarbeit mit der Università Firenze und dem Centro de Quimica-Fisica Molecolar in Lissabon durchgeführt worden. Einzelheiten sind in der Fachzeitschrift "Process" unter dem Titel "Real-scale integral valorization of waste orange peel via hydrodynamic cavitation" veröffentlicht. (pte)


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