Energieperspektiven 2050+

Energieperspektiven 2050+
31.12.2020 | Wie kann ein klimaneutrales Energiesystem in der Schweiz im Jahr 2050 aussehen? Für das Bundesamt für Energie hat Prognos gemeinsam mit TEP Energy, INFRAS und Ecoplan die Energieperspektiven 2050+ modelliert.

Die Schweiz will bis 2050 klimaneutral sein. Konkretisiert wird dieser Plan in der „Langfristigen Klimastrategie der Schweiz“. Grundlegend dafür ist ein Energiesystem der Zukunft ohne fossile Energien und ohne Kernenergie, in der eine sichere, saubere, bezahlbare und weitgehend inländisch produzierte Energieversorgung gewährleistet ist. Die Ziele der Energie- und der Klimapolitik sind somit eng verknüpft.

 

Klimaneutrale Energieversorgung


„Unsere Untersuchung zeigt, dass die Schweiz ihre Energieversorgung bis 2050 klimaneutral umbauen kann“, bestätigt Projektleiterin Dr. Almut Kirchner. Die dafür nötigen Technologien seien vorhanden oder hätten in ihrer Entwicklung bereits ihre Funktionsfähigkeit und den möglichen Lösungsbeitrag gezeigt. Sie müssten in den kommenden 30 Jahren jedoch rasch und umfassend ein- und umgesetzt werden.


Zentrale Maßnahmen sind die Reduktion des Einsatzes fossiler Energieträger und der umfassende Ausbau erneuerbarer Energien in der Strom- und Wärmeversorgung. Da die strombasierte Bereitstellung von Wärme und Mobilität fossile Energieträger ersetzt, bedeutet dies einen höheren Strombedarf. Insgesamt kann das Land aber den Pro-Kopf-Energieverbrauch deutlich senken: dank Effizienzmaßnahmen wird insgesamt ein geringerer Energieeinsatz erzielt. Elektrische Anwendungen sind zudem effizienter als fossile. Verbleibende Treibhausgasemissionen müssen darüber hinaus durch Abscheidung und Speicherung von CO2 kompensiert werden, um Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 zu gewährleisten.


Energieversorgung 2050: moderate Mehrkosten und geringere Auslandsabhängigkeit


Das Ziel der möglichst vollständig inländischen und erneuerbaren Energieversorgung im Jahr 2050 erfordert verstärkte Investitionen für die Erneuerung, Modernisierung und den Ersatz bestehender Energieinfrastrukturen, Gebäude, Anlagen, Geräte und Fahrzeuge. Mit dem Netto-Null-Ziel erhöht sich dieser Investitionsbedarf um 8 Prozent. Gleichzeitig wird deutlich weniger Energie importiert und damit die Auslandsabhängigkeit gesenkt.

 

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Methode

 

Die Arbeit wurde mit den bewährten Bottom-up-Energiesystemmodellen von Prognos, INFRAS und TEP Energy modelliert, und von Prognos zur Gesamtsynthese zusammenge-baut. Mit diesen werden die Energienachfrage und das Energieangebot (vor allem von Strom und Fernwärme) detailliert auf den technischen Grundlagen der verschiedenen Verbrauchssektoren und Anwendungszwecke sowie mit Kraftwerkspark, Fernwärmeer-zeugung etc. abgebildet. Hierbei werden die Investitionszyklen und Lebensdauern der langlebigen Investitionsgüter im Energiesystem besonders berücksichtigt. Ebenso werden die zahlreichen Wechselwirkungen zwischen den Teilsektoren des Systems abgebildet, welche die Gesamtdynamik bestimmen.


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