Elektronisches Handsortiergestell Zustellung (eHSGZ)

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Abgabetermin: 28.06.2016 - 12:00 Uhr

Auftragsart: Lieferung

Archiv | 06.05.2016 | Bei der Post CH AG, PostMail, werden heute rund 8‘700 Handsortiergestelle in der Zustellung (HSGZ) eingesetzt. In diesen Handsortiergestellen wird am Morgen die Post für die jeweilige Zustelltour sortiert. Die Handsortiergestelle sind modular zusammenstellbar je nach benötigter Grösse. Maximal besitzt das Handsortiergestell 14 Reihen à 17 Fächer und somit total 238 Fächer. Die Gestellfächer werden mit Adressklebern beschriftet. Diese Adresskleber können direkt aus dem System Adressmanagement Post (AMP) ausgedruckt werden. Die Handsortiergestelle stehen auf speziell auf die Handsortiergestelle abgestimmten Botentischen.

Im Rahmen des Projektes «Elektronisches Handsortiergestell Zustellung (eHSGZ)» sollen geeignete Anbieter evaluiert werden, welche mit ihren Angeboten die Anforderungen der Post CH AG gemäss detailliertem Anforderungskatalog im Ausschreibungstool DecisionAdvisor zu bestmöglichen wirtschaftlichen Bedingungen erfüllen.


Mit der Beschaffung sollen insbesondere die folgenden Ziele erreicht werden:

• Effizienzgewinn beim Einfächern durch höhere Flexibilität
• Effizienzgewinn über den gesamten Sortierprozess
• Qualitätsverbesserung
• Nutzung der Daten ohne Medienbruch
• Zusatz-Nutzen (Anzeige von zusätzlichen Informationen direkt am eHSGZ)
• Mehrfachnutzung (ein eHSGZ für mehrere Touren / Tourengrösse flexibel)

Um diese Ziele zu erreichen, soll ein neues Handsortiergestell Zustellung mit elektronischen Fachanzeigen evaluiert werden. Gesucht wird nach einem Handsortiergestell Zustellung, welches von Grund auf auf elektronische Anzeigen abgestimmt wurde und modular aufgebaut ist. Den Anbietern ist es freigestellt, wie sie die funktionalen Anforderungen gemäss Kriterienkatalog umsetzen.

Fachanzeige:
An den Gestellfächern sollen die Anschriften aus dem System Adressmanagement Post (AMP) tagesaktuell angezeigt werden können. Die Anschriften der einzelnen Fächer sollen jeweils die Adressinformationen (in der Regel Strasse und Hausnummer) sowie die Brutto-/Netto-Zahlen (Brutto = Anzahl Briefkästen sowie Netto = Anzahl Briefkästen, in denen unadressierte Produkte erwünscht sind und somit kein Stoppkleber vorhanden ist) anzeigen. Im Weiteren müssen die Aufträge (rot, blau, grün, gelb) ebenfalls direkt am jeweiligen Fach auf den ersten Blick erkennbar sein. Zusätzlich muss visuell an der Fachanzeige erkennbar sein, ob der Auftrag neu ist, bereits läuft oder endet. In Zukunft müssen wahlweise weitere kundenspezifische Merkmale am Fach angezeigt werden können (z.B. Bauernhöfe, Einfamilienhäuser, usw.).

Zentrale Anzeige:
Auf der zentralen Anzeige müssen die Details gemäss AMP angezeigt werden können. Für bis zu 14 Module muss mindestens eine zentrale Anzeige vorgesehen werden. Hierbei handelt es sich um Kundeninformationen sowie Detailinformationen zu den laufenden Aufträgen. Bei der Positionierung der zentralen Anzeige müssen ergonomische Überlegungen berücksichtigt werden. Die zentrale Anzeige kann mit einem Bildschirm oder einem Tablet gelöst werden.

Einzelne Ansteuerung der Module:
Die Post möchte, wie oben erwähnt, mit einem eHSGZ, mehrere Touren abbilden und die Tourengrösse flexibel gestalten können. Der Anbieter hat seine Lösung so zu programmieren, dass jedes einzelne Modul separat angesteuert werden kann, damit je nach Tourengrösse ein oder mehrere Module flexibel hinzugefügt bzw. entfernt werden können. Die Informationen für die Fachanzeigen je Modul werden von den Systemen der Post zur Verfügung gestellt.
Wie das eHSGZ die definierten Funktionen abdecken kann, steht dem Anbieter frei. Es müssen aber die Kriterien gemäss Ausschreibungstool DecisionAdvisor erfüllt sein.

Nach Zuschlagserteilung wird eine Pilotserie (ca.30 Stück eHSGZ) für einen schweizweiten Pilotversuch beschafft Zur Klarstellung: 1 Stück eHSGZ besteht aus 14 1-er Modulen und mindestens einer zentralen Anzeige.
Diese im Rahmen der Pilotserie bestellten ca. 30 Stück weiteren eHSGZ müssen an verschiedene von der Post definierte Standorte in der Schweiz geliefert und installiert werden. Bei diesem Pilotversuch werden die Funktionalität, die Praxistauglichkeit des eHSGZ, und die neuen Prozesse getestet sowie die Wirtschaftlichkeit dieser Lösung geprüft. Es ist zu erwarten, dass aufgrund der Erfahrungen aus dem Pilotversuch Änderungswünsche in eine allfällige spätere Serienfertigung einfliessen werden. Im Weiteren wird entschieden, aus welchen Komponenten die Lösung und aus wie vielen Modulen ein eHSGZ inskünftig bestehen soll. Verläuft dieser Pilotversuch positiv und ist die Wirtschaftlichkeit bei einem Einsatz von eHSGZ gegeben, erfolgt daraus eine Beschaffung beim Zuschlagsempfänger im Ausmass von weiteren bis zu 1‘000 Stück eHSGZ innerhalb von 5 Jahren. Ein genereller Ersatz der bisherigen im Einsatz stehenden Handsortiergestelle (HSGZ) ist nicht vorgesehen.

Die Post CH AG weist mit Nachdruck darauf hin, dass es sich bei den Mengenangaben um Richtmengen handelt, die den Anbietern als Angebotsgrundlage dienen sollen. Sie behält sich Anpassungen dieser Mengen ausdrücklich vor. Weiter behält sich die Post CH AG während der gesamten Vertragsdauer die Beschaffung weiterer eHSGZ beim Zuschlagsempfänger ohne neue Ausschreibung vor, die einen allfälligen Mehrbedarf abdecken und den Ersatz defekter Handsortiergestelle sicherstellen sollen. Die Post CH AG behält sich aber auch ausdrücklich vor, je nach Ergebnis des erwähnten Pilotversuchs gänzlich auf eine Beschaffung weiterer eHSGZ zu verzichten.

Die Post wird im 2017 einen Pilotversuch starten und gewisse Prozesse in der Zustellung überprüfen. Die vorliegende Ausschreibung ist ein Teilprojekt davon und wird im Rahmen der Vorbereitungen lanciert.
Damit dieses Vorhaben umgesetzt werden kann beabsichtigt der Auftraggeber in den Zustellstellen neue Handsortiergestelle für die Zustellung einzuführen und sieht zwei mögliche Lösungen: Eine Lösung wäre ein Handsortiergestell Zustellung mit Optical Character Recognition Leser (OCR-Leser), die andere Lösung ein Handsortiergestell Zustellung mit elektronischen Anschriften. Beide Lösungen werden grundsätzlich losgelöst voneinander separat öffentlich ausgeschrieben.

Die Post führt zwei separate Ausschreibungen für die Beschaffung von Handsortiergestellen in der Zustellung durch. Die vorliegende Ausschreibung „Elektronisches Handsortiergestell Zustellung (eHSGZ)“ ist die erste dieser beiden öffentlichen Ausschreibungen. Die zweite öffentliche Ausschreibung erfolgt in den nächsten Wochen ebenfalls auf simap.ch unter dem Projekttitel „Konventionelles Handsortiergestell Zustellung mit OCR (kHSGZ-OCR)“.
Die Post weist die Anbieter mit Nachdruck darauf hin, dass im aktuellen Zeitpunkt nicht feststeht, ob und welches der beiden erwähnten Beschaffungsprojekte realisiert wird. Vielmehr hängt dieser Entscheid eben gerade von den Erkenntnissen und Ergebnissen aus den beiden separaten Ausschreibungen ab. Die Post behält sich aus diesen Gründen ausdrücklich vor, das vorliegende Beschaffungsverfahren entschädigungslos abzubrechen, sobald aufgrund der Erkenntnisse und Ergebnisse aus den beiden Verfahren feststeht, dass die „Variante“ elektronisches Handsortiergestell Zustellung nicht weiterverfolgt oder generell eine andere Lösung gesucht wird. Im Wesentlichen spielen dabei für diesen Entscheid folgende Punkte eine massgebende Rolle: Kosteneinsparungen im Gesamtprozess, Steigerung der Effizienz und Qualität und somit eine Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. Der Entscheid sollte spätestens nach Abschluss der Praxistests mit den von den bestplatzierten Anbietern herzustellenden Prototypen erfolgen.

 

Bedarfsstelle/Vergabestelle:
Post CH AG / PostMail

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