Prompt geliefert - mit Sicherheit

Prompt geliefert - mit Sicherheit
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Mischer mit Temperatur- und Durchflussmesstechnik.
01.12.2015 | Verdünnung und Pipeline-Transport von Schwefelsäure sind eine grosse Herausforderung an die Sicherheit in der Anlage. Die Brenntag Schweizerhall AG setzt auf eine komplette Automatisierungsanlage von Endress+Hauser.

Optimiertes Logistikkonzept für Tankanlagen
 

Leistungsfähigkeit hinsichtlich Kundennähe stellte der Chemiedistributor Brenntag Schweizerhall im Rahmen einer Kooperation eindrucksvoll unter Beweis: Das Unternehmen siedelte im Infrapark Baselland an und investierte in eine neue Schwefelsäureverdünnungsanlage sowie eine Pipeline direkt zu Bayer CropScience, die ebenfalls in diesem Industriepark ansässig ist. So stellt Brenntag die verdünnte Schwefelsäure wie gewünscht und „just in time" zur Verfügung. Der Bau einer solchen Anlage ist eine nicht alltägliche Herausforderung, da der Umgang mit der stark ätzenden und bei Verdünnung Wärme entwickelnden Säure hohes Gefahrenpotenzial birgt.

Video/Präsentation:


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Die Prozessvisualisierung mit P View ist übersichtlich. Der Monitor ist in der Front des Schaltschranks eingelassen.

Alles aus einer Hand

Bei der Wahl des Lieferanten für die komplette Automatisierungstechnik entschied sich Brenntag Schweizerhall AG für Endress+Hauser. Zwischen den Unternehmen besteht bereits eine langjährige Geschäftsbeziehung. Das interessante Komplettangebot, die räumliche Nähe der Endress+Hauser (Schweiz) AG (Reinach) zur Anlage sowie die Expertise des Projektteams sprachen ebenfalls für die Vergabe des Auftrags.


Safety first: die Risikoanalyse

Für Lagerung und Umgang mit Schwefelsäure gelten strenge Sicherheitsmassstäbe. Zunächst führte Endress+Hauser eine Risikoanalyse gemäss ISO 12100:2010 durch. Diese Normung unterscheidet die Kriterien Gefährdung, getroffene Massnahmen und Restrisiko. Für alle beschriebenen Gefährdungen wurden technische und ergänzende Schutzmassnahmen definiert und das Restrisiko beschrieben. Das Ergebnis der Analyse wurde mit dem Kunden besprochen und dokumentiert.

Der Produktionsablauf beginnt mit der Anlieferung der konzentrierten Schwefelsäure per Bahnkesselwagen (BKW) oder Lastkraftwagen (LKW). Über eine Rohrleitung wird die ätzende Flüssigkeit in Lagerbehälter gepumpt. Von dort gelangt die Säure in den Mischer, der die vom Leitsystem vorgegebene Verdünnung umsetzt, und anschliessend in Zwischenbehälter. Die verdünnte Säure wird dann über die Pipeline direkt zu Bayer CropScience gepumpt oder in einen LKW verladen.
 

Umfassend automatisiert
Die zahlreichen Aspekte des Automatisierungskonzepts mussten umgesetzt werden. Hier galt es, den Prozess zuverlässig zu steuern und die Anlagenbedienung einfach zu gestalten. Vorgesehen waren der Fernzugriff zu Engineering- und Servicezwecken sowie der Datenaustausch mit Bayer CropScience. Endress+Hauser erstellte im Rahmen des Basic- und Detail- Engineering das Elektroschema, die Funktionsbeschreibung und Applikationssoftware für die Speicherprogrammierbare Steuerung (Siemens Simatic S7-300) sowie das Visualisierungssystem (Endress+Hauser P View). Der gelieferte Steuerschrank beinhaltet Hauptschalter, Hilfsrelais, Motor- Softstarter (Rockwell Automation), die SPS und einen PROFIBUS/LWL-Wandler zur Anbindung an das Steuerungssystem von Bayer. In der Front des Steuerschranks wurde ein PC mit Touch-Bedienung eingebaut.

Messgeräte kontrollieren die Prozesse: Zur kontinuierlichen Niveaumessung der Tanks ist je ein Micropilot M FMR 245 eingesetzt, die Überfüllsicherung übernimmt je ein Liquiphant M FTL 51C und die Temperaturüberwachung ein Sensor TR13. Der eigentliche Verdünnungsprozess wird von zwei Promass 83F50 geregelt und mittels TR13 überwacht. Realisiert wurden auch eine Dichtemessung (Endress+Hauser Dichterechner FML 621) sowie eine Leitfähigkeitsmessung (Sensor CLS 21D und Messumformer CM44). Endress+Hauser lieferte auch drei Kugelsegmentventile vom Typ Neles V-Port mit dem Stellungsregler ND 9102. Elektroinstallation, Lieferung und Aufstellung des Steuerschranks sowie Inbetriebnahme der Messtechnik und Automation rundeten die Komplettlieferung ab. 

Einfach bedienen
Über die Prozessvisualisierung P View wird die Anlage durch das Personal bedient. Dazu stehen zwei unterschiedliche Bedienplätze zur Verfügung: Am zentralen Steuerschrank und am Verladeterminal. Nach dem Einloggen kann der Bediener die Prozesse „Einlagerung von BKW/LKW", „Verdünnen" oder „Auslagerung" starten.

Beim „Verdünnen" werden der Zieltank, die Säurekonzentration und Menge vorgegeben. Der Prozess „Auslagerung Bayer" richtet sich nach den Mengen, die Bayer direkt vorgibt. Bei der „Auslagerung nach BKW/LKW" gibt der Bediener die Werte vor. Über weitere Bedienmasken lassen sich den Tanks Grenzwerte vorgeben. Die abgerufenen Mengen verdünnter Schwefelsäure werden vom Leitsystem erfasst und in Tages-, Monats- und Jahresberichte zusammengestellt.

Integration ins Logistiksystem

Für eine optimale Bestell-und Lieferlogistik setzt Brenntag auch bei der Anlage zur Schwefelsäureverdünnung auf die Inventory Control Lösung von Endress+Hauser. Sie besteht aus der Füllstandmesstechnik, der Datenfernübertragung sowie der Visualisierungssoftware und Datenintegration in das Brenntag ERP System (SAP), zentral im Headquarter in Mülheim/Ruhr. Die Komponenten sind in der Anlage bereits vorhanden, die Aufschaltung ist geplant.

Weitere Informationen zum Thema "Optimiertes Logistikkonzept für Tankanlagen" bei Brenntag.

Weitere Informationen über Endress+Hauser
 


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