Neues Antriebskonzept macht (Ein)Druck

Neues Antriebskonzept macht (Ein)Druck
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Hier erkennt man den Aufbau der neuen C-Pressen, in die eine „2 in 1“-Funktionalität im Unidrive-M integriert wurde.
06.12.2013 | Die neueste Baureihe der C-Pressen bietet eine hohe Flexibilität und ist dank der neuen Unidrive-M-Antriebe von Control Techniques noch sparsamer im Umgang mit Energie und dazu stufenlos regulierbar.

Bei Beutler Nova - einem Unternehmen des weltweit tätigen Schuler-Konzerns - stehen im Luzernischen Gettnau verschiedene Pressenmodelle. Dazu gehören die C-Gestell-Pressen, welche für Handeinlegearbeiten und den Automatikbetrieb konzipiert sind und nach umfangreichen Kunden-Feedbacks angepasst wurden. In den Anlagen sind neue Ideen integriert, um sie weiter zu optimieren und welche nun als Baukasten erweiterbar sind. Benedikt Schenker, Mitglied der Geschäftsleitung und CTO von Beutler Nova, erläutert: „Dafür haben wir eine Antriebslösung gesucht, die es uns ermöglicht, die Anforderungen des Marktes zu erfüllen, also ein optimales Preis-Nutzen-Verhältnis. Ein weiteres Ziel war, in der Grundmaschine eine zeitkritische Applikation nicht durch eine zusätzliche SPS zu lösen, sondern diese direkt in einen leistungsfähigen Antrieb zu integrieren.“ Aktuell sinken die Preise eher am Markt, als dass sie steigen. Daher war das Unternehmen auch gefordert, „die richtigen Antworten und Lösungen für den Kunden bereitzustellen“, so Schenker weiter. Zudem sollte die Basismaschine über mehr Funktionen verfügen. Dies zum gleichen Preis wie die vorgängigen Modelle.
 
„Wir sprechen die gleiche Sprache“
Die Zusammenarbeit mit Control Techniques (CT) entstand aus einem Bereich, in dem das Unternehmen bereits mit dem Birmenstorfer Antriebsspezialisten zusammenarbeitete – nämlich dem der Servoantriebe. „Da haben wir bereits erfolgreich Projekte zusammen realisiert. Das hatte uns dazu bewogen, bei dieser kleineren Anwendung zu prüfen, ob wir die Geschäftsbeziehungen ausweiten können“, erklärt Benedikt Schenker.
Ein weiterer Grund war die Dienstleistungskompetenz von CT. „Uns ist es sehr wichtig, neben den Produkten auch die zugehörige Dienstleistung anbieten zu können sowie angeboten zu bekommen. CT ist da sehr ähnlich; die sprechen auch die gleiche Sprache“, sagt Schenker. Bei den neuen C-Pressen waren ebenso die kurzen Wege ein Thema für Beutler Nova: „Das Preis-Nutzen-Verhältnis hat ebenfalls gut passt.“
Andreas Graf, Verkaufsleiter bei CT, ergänzt: „Genau die Punkte, die Herr Schenker genannt hat, sind unsere Stärken. Wir wollen am Schweizer Markt auch die Engineering-Dienstleistungen ausbreiten und denken, dass dies mit der neuen Plattform, der Unidrive M-Serie, möglich wird. Hier können wir viel einfacher schnelle Intelligenz mit an Bord umsetzen. Da ist sicher noch mehr Potenzial vorhanden, um das an den Markt zu bringen, etwa durch die neue Bedienungsoberfläche mit CodeSys.“
 
Auftragsumfang: Zwei in Eins
Gemäss Pflichtenheft wurde zunächst ein Frequenzumrichter bzw. Antriebsregler benötigt, der in den Pressen den Hauptantrieb steuert, bzw. die Geschwindigkeit der Maschine einstellt. Schenker präzisiert: „Wegen der neuen Funktionen der Maschine wollten wir keine zusätzliche SPS einbauen, sondern diese in den Antriebsregler integrieren. Und dort ist eine spezielle zeitkritische Applikation eine Herausforderung. Einerseits handelt es sich um eine Antriebsregelung, anderseits um eine Echtzeitapplikation einer Maschinenfunktion. Wir haben also zwei Funktionen in einer Baugruppe vereint.“
Die Applikation muss über die Ist-Drehzahl von der Maschine in Echtzeit eine Maschinenfunktion berechnen. Die Betriebsparameter verändern sich dabei in der Presse während der Produktion ständig. Wenn man beispielsweise dem Frequenzumrichter vorgibt, 1500 Umdrehungen am Motor zu erreichen, entspricht das 100 Umdrehungen an der Maschine. Das Hoch- und Runterfahren braucht eine gewisse Zeit. Schenker: „Das heisst, wir brauchen die Ist-Drehzahl, um die Maschinenfunktion zu berechnen. Beim Stanzen kommt noch hinzu, dass die Maschine selber über eine Umdrehung gesehen nicht immer die konstante Geschwindigkeit hat.
Bei diesem neuen Projekt sind auch die Schaltschränke kompakter geworden, weil viele Funktionen in den einzelnen Geräten nun schon integriert sind. Daher kann die Pressensteuerung direkt an die Maschine angebaut werden, ohne dass etwa Kabel über den Boden zu einem freistehenden Schaltschrank verlegt werden müssten.

Vor-Ort-Engineering-Dienstleistungen von A bis Z
„CT hat uns vor Ort auch das Austesten der Funktion und die Inbetriebnahme der ersten Maschine geboten“, berichtet Benedikt Schenker. Damit deckt CT die gesamte Bandbreite vom Produkt selbst über Engineering-Dienstleistungen, Inbetriebnahme und Technische Unterstützung vor Ort, bis hin zu Service-Dienstleitungen ab.
 
Hohe Anforderungen
Schenker: Wenn eine Applikation geschrieben wird, dann ist es einerseits natürlich wichtig, dass sie auch funktioniert. Für eine Applikation, die über verschiedene Maschinentypen hinweg Antriebsparameter benötigt, muss das Programm für einen Frequenzumrichter aber auch so geschrieben sein, dass ein Servicetechniker oder ein Inbetriebnahmetechniker bei uns in der Montage relativ schnell Einstellungen machen kann. Und das war dann schon eine grosse Herausforderung.
 
Fazit: Optimierter Kundennutzen inklusive
„Schlussendlich muss die Maschine funktionieren und wir müssen sie an den Mann bringen“, fasst Samuel Kreyenbühl, zuständig bei Beutler Nova für Marketing und Projektierung, zusammen. Der gesamte Mehrwert, den der Kunde erhält, auch mit diesem Bauteil von CT, ist dabei sehr wichtig. Bei der Bedienerfreundlichkeit und beim Service haben wir einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht mit dieser neuen Generation der Pressen, was letzten Endes unseren Kunden zugutekommt.“ Und Benedikt Schenker ergänzt: „So konnten wir mit dieser Produktreihe auch echte Wettbewerbsvorteile generieren.“


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