Mobile Apps mittels Gamification
intuitiv und ansprechend gestalten

Mobile Apps mittels Gamification intuitiv und ansprechend gestalten
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Bild 1: Der Einstiegsscreen erlaubt es bereits, einen Filter fu¨r die Angebote zu konfigurieren.
06.08.2013 | Apps liegen im Trend. Um sich von der harten Konkurrenz abzusetzen, wird es immer wichtiger, dem Kunden mehr als nur Informationen zu bieten. Das Beispiel der Family-Trips-App zeigt, wie durch Gamification Mehrwert geboten werden kann.

Viele Unternehmen haben Gratis-Apps als Marketingwerkzeug entdeckt. Doch die Zahl der Apps, die um die Gunst der Smartphone- Nutzer buhlen, ist gross, und entsprechend klein sind die Chancen einer App, auch wirklich gesehen zu werden. Wenn eine Gratis- App nicht auf Anhieb ueberzeugt, erhält sie im Normalfall keine zweite Chance. Deshalb muss die App den Nutzer von Beginn an begeistern.

Der Einstieg in die App muss ueberzeugen
Bei der Family-Trips-App (siehe Abbildungen) lag die Herausforderung darin, die schwer ueberschaubare Zahl von Angeboten so zu präsentieren, dass der Nutzer den
Wunsch verspuert, sie zu erkunden. Wichtig dabei war es, die ganze Familie und insbesondere auch Kinder anzusprechen. Der Einstiegsscreen erlaubt es bereits, einen Filter fuer die Angebote zu konfigurieren (Bild 1). Jede Filteroption hat eine eigene comicartige Grafik mit Ein- und Ausschalt-Animation. Die Optionen sind ueberdies in die Kategorien Erlebnis, Wetter, Alter und Zeit eingeteilt. Auf dem kleineren Smartphone-Format wird mittels eines Schiebers zwischen diesen Kategorien
gewechselt und der Wechsel wird mit einer Drehung der Weltkugel animiert.

Durch diese Gamification erhält der User unmittelbar visuell Feedback in Form von Animationen, und dieser spielerische Zugang macht Spass. Zudem ist er so intuitiv, dass die Funktionsweise des Filters innerhalb von weniger als einer Minute klar wird. Das sind zwei sehr wichtige Voraussetzungen fuer den Erfolg von Apps.

Einsatz von 3-D-Frameworks ermöglichen aufwendige Animationen
Fuer die Umsetzung des Filterscreens wurden verschiedene Technologien prototypisch geprueft. Dabei können die Animationen recht aufwendig sein, da alle Elemente gleichzeitig auf mehreren Ebenen koordiniert bewegt werden. Es wurde schnell klar, dass die normalen 2-D-Funktionen von Android nicht auf allen Geräten die nötige Performance liefern konnten, die fuer ein ansprechendes Nutzererlebnis gefordert war.

OpenGL oder ähnliche Frameworks, wie beispielsweise DirectX bei Windows Phone, werden im Spielebereich schon lange wegen ihrer Leistungsfähigkeit geschätzt und eingesetzt. Sie geben dem Entwickler sehr viel Kontrolle ueber die Darstellungsprozesse, auch wird die Hardwarebeschleunigung unterstuetzt. Deshalb gibt es die Möglichkeit, den Filterscreen mittels OpenGL zu implementieren, während man fuer die restlichen Funktionen der App weiterhin auf die ueblichen Android- Konzepte wie Activities und Fragments zurueckgreifen kann. Eine Herausforderung hierbei bestand in der Kombination der beiden Technologienmit gemeinsamen Skalierungsfaktoren fuer die grosse Vielfalt von Displays, die es im Android- Markt gibt.

Als Vorlage fuer die Implementierung der Windows-8-Applikation galt die Version fuer das iPad. Das individuelle Konzept und Design der Applikation sollte dabei weitgehend uebernommen werden. Einzelne Elemente wurden aber an das Konzept von Windows 8 angepasst, damit die Applikation den Windows-8-Styleguides entspricht und die Charms verwendet werden können. Auch die Windows-8-Umsetzung erforderte die Erweiterung von Standard Controls, damit das Nutzererlebnis ohne Performanceverlust umgesetzt werden konnte.

Die Möglichkeiten sind endlos
In Zukunft werden noch viele Apps auf den Markt kommen, die sich spielerischer Präsentationen der Inhalte bedienen, denn das Marketingpotenzial von Smartphone-Apps ist noch lange nicht ausgeschöpft. Möbelhaus- Kataloge als App, in der ein Nutzer eine Pacman- Figur durch ein Möbel-Labyrinth steuert und Punkte sammelt, die als Rabatte eingelöst werden können? The Sky is the limit.


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