Internet of Things – wohin geht die Reise..?

Internet of Things – wohin geht die Reise..?
18.06.2015 | Gemäss den Marktforschern von Gartner hat der Begriff „Internet of Things" letztes Jahr auf der ersten Welle des sogenannten „Hype Cycle of Emerging Technologies" den Höhepunkt erreicht.

Wobei Internet of Things als „aufstrebende Technologie" zu bezeichnen nicht wirklich zutreffend ist. Aber zurück zum Hype Cycle: die erste Welle ist ein klares Indiz dafür, dass IoT omnipräsent ist und auf allen Ebenen, in fast allen Branchen, darüber gesprochen wird – mit Betonung auf „gesprochen". Das würde darauf hindeuten, dass das „Internet der Dinge" gelinde gesagt nur als Marketing-Begriff wahrgenommen wird. Die Meisten von uns sind jedoch schon einen Schritt weiter: bei der realen Anwendung von Dingen (Geräten), die vernetzt sind. Dabei handelt es sich beispielweise um Sensoren und Aktoren in Büro-, Fabrikations- und Wohngebäuden, in der Medizintechnik, Gesundheitsvorsorge usw. Ob die Geräte nun direkt mit dem Internet verbunden sind oder über ein Hub-Device, spielt in Zukunft keine grosse Rolle. Sensoren „fühlen" unsere Umgebung, liefern die Daten in ein PAN (Personal Area Network), HAN (Home Area Network), LPWAN (Low Power Wide Area Network) oder welches Netzwerk auch immer. Entscheidend ist, was mit all diesen Daten – Stichwort Big Data - gemacht wird, denn schlussendlich soll dem Endanwender durch das Erfassen von Daten und daraus abgeleiteten Aktionen, neben mehr Komfort, Sicherheit, Kosteneinsparung auch eine einfache Handhabung geboten werden.

 

Daraus ergeben sich nun riesige Chancen für Gerätehersteller und Dienstleister. Diese Bereiche werden in sehr naher Zukunft viel enger zusammenarbeiten. Erste Projekte sind bereits in Diskussion und konkrete Anwendungen werden bereits im Markt getestet. Auch hier könnte sich wieder zeigen, dass nicht zwingend der Grössere, sondern der Beweglichere sich am Markt dursetzen wird. Im konkreten Fall bedeutet das beispielsweise, dass ein (Smart) Sensorhersteller zusammen mit einem Cloud-Anbieter, einem Telekommunikationsunternehmen und einer Versicherungsgesellschaft eine Komplettlösung für Gebäudesicherheit anbieten.

 

All diese Überlegungen zeigen auf, wo die Reise mit Internet of Things – oder noch weiter gefasst „Internet of Everything" – hingehen wird: In eine Welt voller Sensoren, die Daten mehr oder weniger direkt in die Cloud liefern.

Moment mal: Cloud = Datensicherheit, wie steht es damit? Genau hier stellt sich eine weitere grosse Herausforderung. Es ist hinlänglich bekannt, was eine Manipulation von Prozessen von aussen für Auswirkungen haben kann (zum Beispiel bei einem Verkehrsleitsystem oder der Gesundheitsversorgung). Nebst Schutz von Leib und Leben und jeder Privatsphäre sind auch technische Aspekte zu berücksichtigen, bedeutet es doch unter Umständen zusätzliche Kosten für Authentifizierung und Verschlüsselung.

Nun, die Reise ist gestartet und viele Branchen stellen sich der Herausforderung, Geschäftsmodelle in Richtung IoT weiterzuentwickeln – und dies nicht zuletzt auch in Europa!

 

Autor: Jürg Siegenthaler, Technical Marketing Manager, Avnet Memec


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