Holcim: Online-Logistik als strategischer Erfolgsfaktor

Holcim: Online-Logistik als strategischer Erfolgsfaktor
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Reibungslose Zementlieferungen sind für Holcim ein wichtiger Erfolgsfaktor. Bild: Holcim Schweiz AG
31.10.2011 | Die grösste Schweizer Zementherstellerin managt ihre Distribution von A bis Z webbasiert, und erreicht damit hochgesteckte Ziele bezüglich Servicequalität, Wirtschaftlichkeit und Ökologie.

In der Schweiz vertreibt Holcim jährlich über 2,9 Millionen Tonnen Zement. Dafür wickeln Holcim Schweiz und die von ihr beauftragten Transporteure rund 600 Aufträge pro Tag ab, je 50% per Lastwagen und 50% per Bahn oder kombiniert. Früher wurde die Distribution auf Papier und telefonisch geplant und koordiniert. Die Disponenten hatten alle Hände voll zu tun, um die unzähligen Kundenbestellungen und Einsatzpläne zu koordinieren und in hektischen Situationen den Überblick zu behalten.

Um die Distribution effizient zu gestalten und eine durchgängig hohe Servicequalität sicherzustellen, setzt Holcim nun seit bald zwei Jahren die Logistik-Plattform LOGON (Logistics Online) ein. LOGON wurde von Holcim in Zusammenarbeit mit dem Zürcher Softwarehaus AdNovum entwickelt. Mit LOGON wird der ganze Order-to-Cash-Prozess (O2C) im Schienen- und Strassenverkehr elektronisch gestützt und voll integriert verwaltet, von der Bestellung über die Lieferung bis hin zur automatischen Verrechnung. Für die Evaluation und Qualitätskontrolle erlaubt das System zudem die zentrale Erhebung von Business-Kennzahlen und entsprechende statistische Auswertungen.

Web 2.0 für alle

Die Logistik-Plattform LOGON wird neben den Mitarbeitern von Holcim auch von Geschäftspartnern, Spediteuren und Kunden genutzt. Für die vielfältigen Nutzer-Bedürfnisse verbindet LOGON bestehende Standardkomponenten (SAP) und Spezialsysteme (Wäge-, Telematik- und Bahnsysteme) mit einer multifunktionalen Webapplikation mit Web-2.0-Features wie Drag & Drop.

Probleme sofort lösen

Bei LOGON wird jeder Einzelschritt in der Lieferkette von der Auftragsannahme bis zum Ablad beim Kunden automatisch überwacht. Bei sich abzeichnenden Problemen wie zum Beispiel Verspätungen werden die Anwender mittels verschiedener Warnstatus unverzüglich informiert. Dies ermöglicht ein frühzeitiges Eingreifen und Umplanen. Im besten Falle sind die Probleme gelöst, bevor der Kunde etwas davon bemerkt. Durch die Einbindung von interaktiven Karten mit Google Maps und dank RFID-Tags auf Lastwagen, Silowagen, Silos und Containern sieht der Benutzer jederzeit, wo sich die involvierten Transportmittel befinden, und hat den Überblick über Routen, Lade- und Lieferorte.

Die Kunden können ihre Aufträge mittels Track&Trace-Funktionalität in Echtzeit online mitverfolgen. Die Fahrer auf den über 200 Lastwagen sind über mobile Handgeräte (Mobile Order Processing MOP) live in die Auftragsabwicklung eingebunden. Die von der Firma Nufatron eigens für LOGON produzierten Geräte namens TRANSPO-Drive sind ausgerüstet mit GPS für Standortinformation und Navigation, GPRS für die Kommunikation mit dem zentralen System und einem RFID-Modul für das Anmelden bei den Ladestellen und die elektronische Verifikation beim Abladepunkt des Kunden. Warnmeldungen zeigen sofort an, wenn der Abladepunkt falsch ist. Fehlentladungen können damit praktisch ausgeschlossen werden.

Auch der Lieferschein ist elektronisch - der Kunde unterschreibt direkt auf dem mobilen Endgerät. Wenige Sekunden später steht der Lieferschein auf der Logistikplattform zur Einsicht bereit, inklusive der eingescannten Unterschrift. Ebenso integriert verläuft die Distribution per Bahn: Eisenbahn-Transportaufträge inklusive Rückfahraufträge werden von LOGON direkt an SBB Cargo übermittelt. Dank Wagenstandsmeldungen ist man über die Position der Bahnwagen immer im Bild und Revisionsarbeiten können über LOGON koordiniert und abgewickelt werden.

Europaweiter Einsatz geplant

Holcim ist mit der Lösung mehr als zufrieden. Den Nutzen aus Businesssicht auf den Punkt bringt Ulrich Walt, Leiter Logistik Holcim Schweiz: „LOGON macht unseren ganzen Order-to-Cash-Prozess zukunftsfähig: Schlanke Prozesse, Web2.0-Technologie und eine neue Organisation verbessern den Kundenservice, die Qualität und die Kosteneffizienz deutlich.“ Deshalb hat Holcim entschieden, die Logistik-Plattform LOGON im Rahmen der Initiative European Business Model in Zusammenarbeit mit der AdNovum für den europaweiten Einsatz auszubauen. In einem ersten Schritt werden die Ländergesellschaften in Frankreich und den Beneluxstaaten integriert.

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