Die digitale Transformation, der
unaufhaltsame Treiber des Wandels

Die digitale Transformation, der unaufhaltsame Treiber des Wandels
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19.05.2016 | Schlagworte wie Big Data, Industrie 4.0 und Digitalisierung versprechen tagtäglich umwälzende Veränderungen. Der Begriff Disruption macht wieder mal die Runde. Klar ist, der Hype ist da, kurzfristig überschätzt, langfristig aber unaufhaltsam.

Getrieben durch die fortschreitende Vernetzung, immer grösseren Rechenleistungen und immer günstigerem Speicher befinden sich die Gesellschaft und Organisationen im Wandel.

 


Industrie 4.0 ist schon da

Hersteller von Investitionsgütern konnten sich in der Vergangenheit nicht mehr nur allein durch eine hohe Qualität oder Produktivität ihrer Produkte vom Wettbewerb abgrenzen. Es mussten neue Geschäftspotenziale durch produktbegleitende Dienstleistungen, sogenannten hybriden Leistungsbündeln, geschaffen werden.  Ohne begleitende Zusatzdienstleistungen kann heute kaum ein Hersteller am Markt bestehen. Doch das Rad dreht sich plötzlich noch schneller.

Längst haben einige Unternehmen die neue Dynamik erkannt. Ausgerüstet mit smarten Sensoren liefern Investitionsgüter wertvolle Informationen über ihren aktuellen Zustand. Dies ermöglicht dem Hersteller ein völlig neues Nutzversprechen an seine Kunden. Ungeplante Stillstandzeiten von teuren Anlagen können auf ein Minimum reduziert werden. Unter dem Begriff „predictive maintenance“ erschliessen zurzeit diverse Hersteller neue hybride Ertragsmodelle.

Nicht jede Branche nutzt die Digitalisierung für sich. So mischt das Unternehmen Uber die Branche der Taxifahrer auf und selbstfahrende Fahrzeuge scheinen nicht mehr nur pure Fiktion zu sein. Anstatt sich dem neuen Wettbewerber mit Ideen entgegenzustellen und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, wird entweder gar nichts unternommen oder irgendwie versucht die Entwicklung aufzuhalten.

 


Herrschaft über die Daten

Es ist fraglich ob das Entgegenstemmen - gegen die Veränderung sein – die Zukunft sichert. Millionenschwere Investoren die das Business bis zur Reife am Leben halten sind wohl eher die Ausnahme. Aber es gibt eine neue Währung: Daten!
Daten sind der Rohstoff, die Grundlage der Digitalisierung. Entscheidend ist nicht die Menge der verfügbaren Daten. Es zählt wer die Daten für sich verwenden kann und durch die richtige Verwendung, die richtige Qualität, Verarbeitung in Echtzeit und durch Zuverlässigkeit der Ergebnisse neue Informationen gewinnt. Auch KMU besitzen den Rohstoff Daten, lassen diese aber ungenutzt.

 


Das richtige Geschäftsmodell entscheidet

Es ist an der Zeit digitale Strategien zu entwickeln. Zunächst muss geklärt werden, welche neuen Wertversprechen mit den vorhandenen Daten geschaffen werden können und welche Daten noch fehlen. Mit welchen Informationen lassen sich neue Ertragsmodelle gestalten, komplexe Produkte beherrschbarer machen, Abläufe und Produktionsprozesse vereinfachen. Die technische Innovation allein genügt leider nicht. Die Digitalisierung muss durchgängig die gesamte Organisation einfliessen, von der Entwicklung über die Produktion bis zum Vertrieb. Leider ist ohne das richtige Geschäftsmodell der vermeintliche Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern schnell aufgebraucht.

Die Erwartungen der Kunden werden genauso schnell steigen, wie die versprochenen Leistungen der Anbieter. Dies betrifft nicht nur Hersteller von Investitionsgütern! Jedes Unternehmen muss sich heute Gedanken machen, wie es die Möglichkeiten der Digitalisierung in Zukunft für sich nutzen will. Das bestehende Geschäftsmodell und die Art Erträge zur erwirtschaften wird sich in jedem Fall kontinuierlich ändern. Soll die digitale Transformation gelingen müssen Unternehmen eine Vielzahl von Fragen beantworten, auch wenn sich diese Fragen heute noch nicht vollständig klären lassen.

  • Welche Konsequenzen hat die Digitalisierung für das Unternehmen und wie schnell muss gehandelt werden?
  • Welche Geschäftsmodelle lassen sich mit Daten in Zukunft entwickeln?
  • Welche Spielregeln sind zu beachten?
  • Was sind die wesentlichen Treiber?
  • Wie verändert sich die Wertschöpfungskette?
  • Welche Partnerschaften müssen eingegangen werden?
  • Wie verändern sich relevante Lieferanten und Partner und die Beziehung zu diesen?
  • Wie wird in Zukunft mit Kunden kommuniziert?
  • Wie werden sich unsere Kunden verändern?
  • Welche Vertriebskanäle werden in Zukunft entscheidend sein?
  • Und ist das eigene Unternehmen überhaupt bereit für die digitale Transformation?

Es besteht die Gefahr bei den vielen Möglichkeiten und offenen Fragen den Überblick zu verlieren. Schnell fehlt die Fokussierung auf das Gesamtbild und das neue Geschäftsmodell ist zu wenig robust um genügend Erträge zu erwirtschaften. Reibungsverluste im bestehenden Geschäft verhindern jedoch Innovationen. Insbesondere in KMU überwiegt das operative Geschäft. Der Wandel geschieht ungeplant und immer nur im letzten Moment, dann wenn der Druck von aussen unerträglich wird. Dabei bietet die Digitalisierung gerade für KMU grosse Chancen. Durch kurze Entscheidungswege und Nähe zu den Mitarbeitern können Prozesse viel schneller verändert werden.
Ein erfahrener Berater kann hier helfen den Fokus auf das Gesamtbild zu lenken, schlanke und umsetzbare Strategien zu entwickeln und die richtige strategische Reihenfolge für die Umsetzung einer digitalen Strategie zu finden und zu implementieren.

Die Implementierung der Strategie in der Organisation ist dabei fast noch die grössere Herausforderung. Es reicht nicht, wenn nur der Inhaber und das Management hinter der Strategie stehen. Der Wandel muss von allen Mitarbeitern mitgetragen werden. Die Überwindung dieser entscheidenden Hürden in der Organisation ist nicht zu unterschätzen. Der Wandel muss geplant werden, Widerstände und Ängste abgebaut. Dazu ist oft Hilfe von aussen notwendig. Im Unternehmen sind die Bilder gegenüber den Führungskräften, den Kollegen oder der gesamten Organisation oft gefestigt und lassen sich ohne Hilfe von aussen kaum verändern.

Die Unternehmenskultur muss mit der digitalen Transformation mithalten können. Gelingt dies nicht, so scheitert selbst die beste Strategie.

 

Carsten Pohland, Inhaber und CEO


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