Azyklisches Verhalten bringt Erfolg

09.11.2011 | Seneca schrieb im 4. Jahrhundert vor Christus: Es werden Zeiten kommen, in denen sich unsere Nachkommen wundern, dass wir so Offensichtliches nicht wahrgenommen haben. Wahrlich ein weiser Mann! Und jetzt, 2400 Jahre später, sind wir nicht weiser geworden.

Heute ist die Politik unfähig, die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft richtig zu gestalten. Schulden machen und mit noch mehr Schulden kompensieren ist die momentane politische Devise im Euroland. Und die Unternehmen sehen ein geringeres Wachstum und stehen auf die Bremse. Alle blockieren Ausgaben für Projekte, für Entwicklungen, für Werbung, für Neueinstellungen. Sie behindern mit Sparmassnahmen ihre Mitarbeiter/innen und unterdrücken mit kleinlichen Anordnungen Initiativen und Machertum.
 
In den letzten vierzig Jahren hat es fünf Rezessionen gegeben. Fünfmal gab es seitens der Unternehmensführungen das gleiche schafsähnliche Verhalten: Stillstehen, wenn der Bär den Nachbarn reisst und warten, bis man selber drankommt. Obwohl sich fünfmal gezeigt hat, dass Unternehmen, die sich azyklisch verhielten, in rezessiven Phasen am meisten Boden gut machten. Sich wehren, kämpfen, neue Auswege suchen, den Raum erweitern, scheint als Devise verpönt zu sein. Lieber stillstehen und abwarten, bis die Gurus wieder Wachstum voraussagen. Seneca dürfte sich im Grab aufrichten, wenn er sehen würde, dass selbst 2.400 Jahre später seine Weissagung noch immer in Erfüllung geht.
 
Azyklisches Verhalten hat sich als Motor für Wachstum erwiesen. Die in der Presse diskutierte Rezession wegen den Finanzproblemen der EU-Staaten ist eher psychisch, als real. Real ist, dass nur wenig Unternehmen eine sinkende Auftragslage aufweisen. Und wenn schon, könnte auch ihre Führung den Rückgang verursacht haben. Denn eine Verringerung des Bruttosozialproduktes um 1% macht aus einem Storch noch keinen Raben. Azyklisch operieren heisst, mehr Kraft in die Marktbeobachtung setzen, Nischen finden, Produkte oder Dienstleistungen entwickeln und in den Markt bringen. Das braucht Ideen, Entwicklungen, Kundengespräche, Marktreife und Markteintritt. Und das muss von Menschen kommen, die motiviert, kämpferisch veranlagt, erfolgshungrig und dynamisch sind. Das kommt nicht von Menschen, die infolge Sparmassnahmen „Dienst nach Vorschrift“ leisten, infolge Personalstopp unter hoher Arbeitsbelastung leiden und die verunsichert sind. Das kann nur von Menschen kommen, die eine optimistische Führung kennen und sich im Erfolgsstreben unterstützt fühlen.
 
Deshalb an Seneca denken, Offensichtliches wahrnehmen und befolgen. Bei den bremsenden Unternehmen gibt es genügend gestoppte Projekte und Entwicklungen, sowie entsprechend frustrierte Menschen, die sich nicht mehr wohlfühlen. Jetzt ist der Zeitpunkt, diese Menschen über einen branchenorientierten Personalberater aufzuspüren und in die eigenen Reihen zu integrieren.
 
René Disler, SWISSCONSULT

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