Barberine – Generalplaner Bau und Technik

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Abgabetermin: 05.08.2016

Auftragsart: Dienstleistung

Archiv | 24.06.2016 | Seit der Inbetriebnahme der beiden Kraftwerke Le Châtelard im Jahre 1923 und Vernayaz im Jahre 1927 nutzt die SBB das Wasserkraftpotenzial aus den Einzugsgebieten der Gebirgsbäche La Barberine, L’Eau Noire sowie den Seitentälern des Val du Trient im Unterwallis. Die nutzbare Bruttofallhöhe zwischen dem ursprünglichen Kopfspeicher Barberine auf ca. 2225 m ü.M. und der Rhône bei der Wasserrückgabe beträgt rund 1775 m. Die obere Kraftwerksstufe zwischen Barberine und Le Châtelard weist heute eine installierte Turbinenleistung von 3 x 11 MW in der Zentrale Châtelard I sowie 2 x 40 MW in der Zentrale Châtelard II auf. Die in der Zentrale Châtelard II installierte Speicherpumpe (ternäre Maschinengruppe) ermöglicht zudem ein Zurück¬pumpen von Wasser vom Niveau Châtelard in den heutigen Kopfspeicher Emosson. In der Zentrale Vernayaz der unteren Kraftwerksstufe sind drei Maschinengruppen mit einer Gesamtleistung von rund 110 MW installiert. Zusätzlich nutzt das Kraftwerk Trient mit einer installierten Leistung von 0.7 MVA das Gefälle im oberen Val du Trient zur Energieproduktion. Die 1-Phasen-Generatoren in den vier erwähnten Maschinenzentralen produzieren 16.7 Hz-Bahnstrom, welcher direkt in das SBB-eigene 132-kV-Verteilnetz eingespeist wird.

Der Kopfspeicher Barberine weist ein Stauvolumen von 39 Mio. m3 auf. Der Speicher Barberine ist seit dem Bau der Staumauer Emosson in den 1970er Jahren Bestandteil des neuen Speichers Emosson. Der in den 1950er Jahren durch die SBB erstellte Speicher Vieux Emosson wird zukünftig als oberes Becken des Pumpspeicherwerkes Nant de Drance genutzt. Das Ausgleichs-becken Châtelard mit einem Nutzvolumen von 200‘000 m3 sowie das Ausgleichsbecken Les Marécottes mit einem Nutzvolumen von 47‘000 m3 dienem dem Betrieb der Kraftwerksstufen in der Kaskade. Aus den Seitenbächen wird aus insgesamt achtzehn Fassungen dem Triebwassersystem Wasser aus den Nebeneinzugsgebieten zugeführt.

Mit der im gesamten Einzugsgebiet anfallende Wasserfracht produziert die SBB jährlich rund 330 GWh Bahnstrom.

Die Nutzung der Wasserkräfte ist für die grenznahen Einzugsgebiete sowie für die Einzugs-gebiete, welche auf dem Staatsgebiet von Frankreich liegen, in einer Bundeskonzession und für die weiteren Einzugsgebiete in Gemeindekonzessionen geregelt. Die SBB hat sich mit den Kommunen über die Erneuerung der Wasserrechtskonzession für weitere 80 Jahren bereits geeinigt. Für die Bestätigung dieser Konzessionen durch den Kanton Wallis sowie für die Erneuerung der Bundeskonzession durch das Bundesamt für Energie (BFE) hat die SBB ein entsprechendes Konzessionsgesuch zu erstellen und einzureichen. Die Konzessions¬erneuerungen erfolgen im sogenannten einstufigen Verfahren, d.h. es werden gleichzeitig die erforderlichen Baubewilligungen für Erneuerungs- und Ausbauten beantragt.

Die Neukonzessionierung von grösseren Kraftwerksanlagen ist UVP-pflichtig, d.h. für das Konzessionsgesuch ist neben den technisch relevanten Unterlagen ein Umweltverträglichkeits-bericht (UVB) zu erstellen. Weiter ist vorgesehen, die erforderlichen Restwasserabgaben im Projektgebiet im Rahmen einer Schutz- und Nutzungsplanung (SNP) zu regeln.

Aufgrund von Zustandsanalysen und verschiedenen Erneuerungs- sowie Ausbaustudien hat die SBB folgende technische Teilprojekte identifiziert, welche im Rahmen des Konzessionsprojektes vertieft zu prüfen sind:
a) Erneuerung der Kraftwerksausrüstung in der Zentrale Châtelard I;
b) Ertüchtigung der Pumpenanlagen in der Zentrale Châtelard II;
c) Vergrösserung des Ausgleichsbeckens Châtelard

Die hier ausgeschriebenen Planerleistungen umfassen die Erarbeitung eines Vor- und Bauprojektes für die beiden, der oben aufgeführten Teilprojekte a) und b) sowie eine Unterstützung für die Erstellung der technischen Dossier für die Konzessionsgesuche inklusive das Auflageprojekt für die Baugesuche. Der UVB und SNP werden parallel zum ausge-schriebenen Auftrag durch einen durch die SBB beauftragten Dritten erstellt.

 

Bedarfsstelle/Vergabestelle:
Schweizerische Bundesbahnen SBB Infrastruktur

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