Wenn Wegsensoren immer kleiner werden

Wenn Wegsensoren immer kleiner werden
Grossansicht Bild
Die kapazitiven Sensoren überzeugen durch die hohe Auflösung. Die CSH-Sensoren mit neuer Fertigungstechnologie sind völlig neu auf dem Markt.
12.03.2011 | Für die Wegmessung existieren viele verschiedene Möglichkeiten mit unterschiedlichen physikalischen Messprinzipien. Waren Wegsensoren vor einigen Jahren noch relativ Groß in der Gehäusebauform mit getrenntem diskretem Elektronik-Aufbau, so sind heute bereits viele Sensoren miniaturisiert mit zum Teil integrierter Elektronik. Dabei unterstützen neue Technologien und Fertigungsmöglichkeiten. Ein Vorreiter auf diesem Gebiet ist Micro-Epsilon aus Ortenburg. Ihre Ingenieure haben diesen Trend schon vor Jahren aufgegriffen und in marktfähige Produkte umgesetzt.

Gegründet wurde Micro-Epsilon 1968 in Hannover. Damals wurden ausschließlich Dehnungsmessstreifen vertrieben, was bereits der Anfang für das Portfolio in der Wegmessung sein sollte. 1975 wurde der Unternehmenssitz nach Ortenburg verlagert und langsam mit einer eigenen Fertigung und Entwicklung begonnen. Schon damals wurde erkannt, dass die Zukunft für das Unternehmen in der berührungslosen Wegmesstechnik liegt. Anders als berührende Systeme arbeiten berührungslose Sensoren völlig verschleißfrei und können daher über lange Zeit absolut zuverlässige Ergebnisse liefern. Moderne Produktionsanlagen sind auf möglichst kurze Taktzeiten getrimmt und fordern daher sehr schnelle Erfassungszeiten von Wegsensoren, die wiederum nur durch berührungslose Techniken sichergestellt werden können. Bei empfindlichen Objekten, die durch Berührung beeinträchtigt werden überzeugen berührungslose Sensoren, da diese den Abstand zum Objekt aus sicherer Entfernung erfassen. Die Anforderungen an die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Wegsensoren sind sehr hoch. Wichtige Einsatzkriterien sind Grenzfrequenz, Genauigkeit, Temperaturstabilität und Auflösungsvermögen. Zur Optimierung dieser Eigenschaften treibt das Messtechnikunternehmen Micro-Epsilon einen großen Entwicklungsaufwand und sorgt damit laufend für Innovationen.
 

Umfassende Wegmesstechnik

Seit Beginn der eigenen Entwicklung hat Micro-Epsilon versucht ein möglichst umfangreiches Portfolio auf dem Gebiet der Wegmessung zu etablieren. Im Laufe der Jahre wurden deshalb immer mehr Messprinzipien in das Angebot aufgenommen, so dass das Unternehmen heute ein sehr umfangreiches Angebot aufweisen kann. Für Kunden bedeutet dies für Messaufgaben immer eine optimale Lösung zu erhalten, da die Auswahl nicht durch ein vermindertes Produktprogramm begrenzt wird.

Das Portfolio umfasst heute im Bereich der berührungslosen Wegmessung die traditionell elektromagnetischen Verfahren: kapazitiv, induktiv und Wirbelstrom. In der optischen Wegmesstechnik werden Lasertriangulations- und Laufzeit-Sensoren sowie konfokale Sensoren angeboten.
 
Aktuelle Trends in der Wegmesstechnik deuten auf immer kleinere und intelligentere Sensoren mit integrierter Intelligenz. Im Maschinenbau ist die Forderung nach besonders kleinen Sensoren immer dann groß, wenn wenig Einbauraum zur Verfügung steht oder der Sensor besonders leicht sein soll. Bei der Integration von immer mehr Elektronik und Intelligenz in den Sensor ist ähnliches zu beobachten. Das heißt, Sensoren, die unmittelbar im Sensor ein Signalconditioning vornehmen und aufgrund dessen andere Bauteile einsparen respektive kürzere Messzeiten bedürfen, werden immer häufiger eingesetzt.
 

Miniatur-Wirbelstromsensoren

Wirbelstromsensoren sind bei allen elektrisch leitenden Materialien einsetzbar. Da Wirbelströme Isolatoren ungehindert durchdringen, können sogar Metalle hinter einer isolierenden Schicht als Messobjekt dienen. Eine spezielle Spulenwicklung ermöglicht besonders kleine Sensorbauformen, die auch noch bei hohen Temperaturbereichen einsetzbar sind. Alle Wirbelstromsensoren sind unempfindlich gegen Schmutz, Staub, Feuchte, Öl und Druck.
 
Weltweit anerkannt sind die Miniatur-Wirbelstromsensoren von Micro-Epsilon. Mit 2 mm Frontdurchmesser, 4 mm Baulänge und nur 0,5 mm Kabeldurchmesser ist dieser kleinste serienmäßig hergestellte Wirbelstromsensor der Welt ideal für den Einsatz beispielsweise im Verbrennungsmotor. Dort misst er an verschiedenen Positionen: Kolbenbewegung, Wellenbahn, Verlagerung, Kolbenring-Bewegung, Schwingungen, Ölfilmdicke und wenn nötig auch bei befeuertem Motor. Bei einem Messbereich von 500 µm wird eine Linearität von 1 µm und eine Auflösung bis zu 20 nm erreicht.

Die neueste Errungenschaft ist ein nur geringfügig größerer Wegsensor mit Keramikgehäuse und O-Ringdichtung für den Einsatz unter hohen Drücken. Druckbelastungen von über 1000 bar bzw. kurzzeitige Druckspitzen von 2000 bar wurden erfolgreich absolviert.
 

Neue Technologie für kapazitive Sensoren

Kapazitive Sensoren zählen zu den präzisesten Verfahren. Die neuesten Elektroniken ermöglichen Auflösungen bis in den Pikometerbereich. Kapazitive Sensoren sind als Schutzringkondensatoren aufgebaut. Mit ihnen erreicht man in der Realität nahezu eine ideale Linearitätskennlinie. Für eine konstante Messung ist jedoch eine gleichbleibende Dielektrizitäts-Konstante zwischen Sensor und Messobjekt die Prämisse, das System reagiert empfindlich auf Änderungen des Dielektrikums im Messspalt. Kapazitive Sensoren messen auch gegen Isolatorwerkstoffe, da diese als geändertes Dielektrikum erfasst werden. Ein lineares Ausgangssignal wird für Isolatoren durch elektronische Beschaltung möglich. Da thermisch bedingte Leitfähigkeitsänderungen keinen Einfluss auf die Messung haben, ist das Prinzip auch bei starken Temperaturschwankungen stabil. Messbereiche zwischen 0,05 mm und 10 mm sind verfügbar.

Bei den völlig neuen capaNCDT CSH-Sensoren wird mit einem speziellen Keramik-Substrat gearbeitet, das zu einer besonders hohen Temperaturstabilität führt. Zudem sind neue Sensorgeometrien möglich, die es erlauben einen sehr flachen Sensor mit nur 4 mm Bauhöhe zu fertigen. Bisher konnten kapazitive Sensoren nur in einer zylindrischen Bauform gefertigt werden. Mit diesen Sensoren wird eine Auflösung von max. 0,037 nm erreicht.
 

Kompakte Laser-Sensoren

Die Lasertriangulations-Sensoren gelten als Beispiel für die Miniaturisierung der Sensorik durch Steigerung der Intelligenz im Sensor selbst. Bei vielen herkömmlichen Modellen ist neben dem Sensor auch eine separate Elektronikeinheit nötig. Die Modelle optoNCDT 1302 und 1402 haben ein sehr kleines Gehäuse, in dem die gesamte Elektronik bereits integriert wurde. Zwölf verschiedene Messbereiche zwischen 5 mm und 600 mm umfassen die beiden Serien.

Größter Vorteil dieses Prinzips ist der mögliche Grundabstand. Für heiße oder sich stark bewegende Messobjekte ist es ein unschätzbarer Vorteil aus größerer Entfernung messen zu können. Häufig von Bedeutung ist der sehr kleine Messfleckdurchmesser der Serie optoNCDT, der mit Lasersensoren realisiert werden kann. Dieser liegt im Bereich von wenigen Mikrometern und kann deshalb auch auf Objekte in dieser Größenordnung angewendet werden.
 

Miniatur durch Gradientenindexlinsen

Mit der Technik der konfokal-chromatischen Messung sind extrem hohe Auflösungen möglich. Durch das Aufweiten des Farbspektrums wird eine Auflösung im Nanometerbereich erreicht. Da für die Abstandsinformation die Farbe benutzt wird, die sich im Fokus befindet, besitzen konfokale Sensoren einen winzigen Messfleck, der auch Messungen auf besonders kleine Objekte ermöglicht. Selbst feinste Kratzer auf Oberflächen werden damit zuverlässig gemessen.

Der Strahlengang des Sensors ist kompakt und konzentrisch. Dadurch kann man mit dem System zum Beispiel auch in Bohrungen messen. Besonders geeignet für solche Messungen sind die konfokalen Miniatursensoren optoNCDT2402, die einen Durchmesser von nur 4 mm haben. Fünf Sensormodelle decken einen Messbereich von 0,4 mm bis 6,5 mm ab und erreichen eine Auflösung von 0,016 µm . Diese Sensoren sind seit Ihrer Präsentation auf dem Markt vor drei Jahren unerreicht. Mit den optoNCDT 2402 Sensoren konnte in einem Schritt eine Reduktion des Durchmessers von 23 mm auf 4 mm erfolgen. Dickenmessung von transparenten Folien, Platten oder Schichten ist mit diesen Sensoren möglich. Im Gegensatz zu anderen Verfahren benötigt das System für eine derartige Messung nur einen Sensor. Da die Messung lediglich mit Weißlicht erfolgt, gelten dafür keine Laserschutzvorschriften. Die Sensoren können auch in explosionsgeschützten Bereichen und in EMV-anfälligen Anlagen verwendet werden.
 
Für den anhaltende Drang zur Miniaturisierung ist mit Sicherheit noch kein Ende in Sicht. Weitere Entwicklungen in diesem Bereich betreffen die Integration von Elektronik in den Sensor und intelligentere Sensoren, in denen bereits verschiedene Funktionen implementiert sind. Bereits heute verspricht Micro-Epsilon in der nächsten Zeit wieder die ein oder andere bahnbrechende Neuerung vorzustellen. Wann dies geschehen soll, wird aber noch nicht bekannt gegeben.

Bewertung Ø:
   
Meine Bewertung:
Bookmark and Share
  Zur Homepage Fachbericht weiterempfehlen

Fragen und Kommentare (0)

nach oben