Verpackungsmaschine für Süsswaren - Nutzenstiften mit IO-Link

Verpackungsmaschine für Süsswaren - Nutzenstiften mit IO-Link
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Modular aufgebaute, zweistufige Hochleistungs-Falteinschlagmaschine „LMR Duo“ für Kaugummi und Schokolade Karton-Multiverpackungen
28.09.2011 | Die Süßwarenindustrie ist eine der sich am schnellsten weiterentwickelnden Branchen. Viele neue Verpackungsideen werden mit innovativen technischen Konzepten umgesetzt. Die Firma LoeschPack, ein führender Hersteller von Verpackungsmaschinen mit Sitz in Altendorf bei Bamberg, ist eines der ersten Unternehmen der Branche, das die Vorteile des neuen Kommunikationsstandards IO-Link nutzt.

Zum Einsatz kommt er an einer Staplereinheit der neuen Verpackungsmaschine LRM-DUO. „Das Ergebnis ist bestechend. Teure Buskabel werden überflüssig, die aufwändige Parallelverkabelung entfällt und die Anlage wird wesentlich kompakter“, weiß der stellvertretende Leiter Elektro-Konstruktion des Unternehmens, Ulrich Hausner, zu berichten.
 
Mit der modular aufgebauten, zweistufigen Hochleistungs-Falteinschlagmaschine für Kaugummi und Schokolade Karton-Multiverpackungen werden mit einer Taktrate von 200 Stück / Minute vorgruppierte, kleine rechteckige Süßwaren, wie z.B. Schokolade-Riegel und Kaugummistreifen, in der Anlage zuerst kartoniert und anschließend in dicht versiegeltes Zellophan zu Multiverpackungen konfektioniert. Eine mit IO-Link ausgestattete, modulare, automatisch arbeitende Staplereinheit sorgt für eine zuverlässige und effiziente Zuführung der Kartonage.
 
Eine besondere Herausforderung sind die vielfältigen Bewegungen innerhalb der Anlage, die mit hoher Geschwindigkeit ineinandergreifen und deshalb streng koordiniert und absolut zuverlässig ablaufen müssen. LoeschPack setzt auf die Kombination von einerseits mechanisch kurvengesteuerten Antrieben mittels zentraler Antriebswelle und andererseits servogetriebenen Bewegungen. Die „Königswelle“ verfügt über gehärtete, maschinenspezifisch ausgelegte Kurvenscheiben mit speziell berechneten Kurvenprofilen, die dafür sorgen, dass alle Bewegungen und Aggregate fest gekoppelt, damit zwangsgeführt und streng koordiniert auch bei hohen Geschwindigkeiten mit dem Hauptantrieb laufen. Die Entscheidung, ob Servomotor oder mechanischer Antrieb wird immer in Abhängigkeit der Applikation und deren Erfordernisse gefällt. „Mit zahlreichen Einzelmotoren als Antrieb hätte man die gewünschte extrem hohe Zuverlässigkeit im Langzeitbetrieb kaum erreichen können“, so Ulrich Hausner. Es ist immer das Ziel die sinnvollste Kombination von mechatronischen Systemen zu implementieren. Dabei stehen Beurteilungskriterien wie z.B. Sicherheit, Bedienbarkeit und technische Zuverlässigkeit im Vordergrund.

 
Kommunikationsstandard IO-Link
 
Mit IO-Link setzt LoeschPack an der neuen Anlage kein neuartiges Bussystem ein, sondern einen besonders vielseitigen Kommunikations-Standard, der mit der USB-Schnittstelle im Rechnerumfeld vergleichbar ist. Beides sind kostengünstige Punkt-zu-Punkt-Verbindungen für die Signal- und Energieübertragung, die sich nach Plug-and-Play-Manier betreiben lassen. Während USB sich längst als Standard für den schnellen und kostengünstigen Anschluss der Computer-Peripherie durchgesetzt hat, ist IO-Link gerade dabei, eine vergleichbare Rolle als Installationssystem zum Anschluss von Sensoren, Aktoren, Bedien- und Anzeigeelementen im Maschinenbau zu spielen.
Der besondere Clou: Der neue Kommunikationsstandard ist abwärtskompatibel zu sämtlichen Standardsensoren und unempfindlich gegenüber Störeinflüssen. D. h. für den Anwender, er kann, aber er muss nicht Sensoren und Aktoren mit IO-Link-Schnittstelle einsetzen, um Vorteile für sich zu generieren.
 
In technischer Hinsicht vollzieht sich die Datenübertragung mittels IO-Link immer zwischen einem IO-Link-Master und einem angeschlossenen IO-Link-Gerät (Device) als Slave. Als IO-Link-Master stehen sowohl Feldbusanschaltgruppen, typischerweise in IP 67-Ausführung, als auch SPS- Schnittstellenbaugruppen zur Verfügung. Binäre Sensoren werden über spezielle Sensorhubs eingesammelt.
 
Das Besondere: Der seriellen IO-Link-Schnittstelle genügt für alle Übertragungsaufgaben ein gewöhnliches, dreiadriges Standardkabel. Teure Buskabel, geschirmte oder ungeschirmte Sonderkabel entfallen ebenso wie zusätzliche Anschaltboxen. Das vereinfacht den gesamten Installationsprozess radikal, weil die Verkabelung nun nur noch einen Bruchteil der zuvor üblichen Zeit in Anspruch nimmt. Von den Kosten ganz zu schweigen.

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Sichere Stapelerkennung: Staplereinheit mit Optosensoren (rechts leere Schächte mit Dummies verschlossen)
Details zur Installation
 
Konkret sieht die IO-Link-Installation bei LoeschPack folgendermaßen aus: Die elektronische Ansteuerung der Anlage erfolgt mit einer Simatic S7-Steuerung in Verbindung mit dezentraler SIMATIC ET 200S Peripherie mit Profibus Interface, beides von Siemens.
 
Als Master kommen im Schaltschrank des Staplermoduls zwei Schnittstellenkarten ET200S 4SI in Schutzart IP 20 mit jeweils vier IO-Link-Ports zum Einsatz. An diese sind 7 Balluff IO-Link-Sensorhubs 8xM8 IP67 angeschlossen. Sie sammeln an der Staplereinheit die Signale der schaltenden Optosensoren ein, die die Mindesthöhe der Kartonstapel überwachen. Dabei werden jeweils 8 Eingänge über jeweils einen Sensorhub auf einen IO-Link Port gebündelt, um sie dann per einfacher, ungeschirmter  Standard-Dreidrahtleitung via IO-Link zum Master und von dort per Profibus der Maschinensteuerung zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich werden dann noch über baugleiche passive Balluff Verteiler sicherheitsrelevante Signale weiterer Optosensoren „Kein Karton mehr vorhanden - dann Not-Aus“ direkt an ein Pilz-Sicherheitsmodul weitergeleitet.
 
Die besonderen Vorteile der IO-Link-Installation: LoeschPack erspart sich die aufwändige Parallelverkabelung für die 42 Optosensoren, da die Sensorhubs je nach Ausführung 8- bzw. 16 Eingänge auf einen IO-Link Port konzentrieren. „Damit sinkt für uns nicht nur der zeitliche Installationsaufwand gegenüber bisherigen Lösungen deutlich, sondern es werden auch teure Buskabel überflüssig, dicke Kabelbäume entfallen somit lässt sich die Staplereinheit wesentlich kompakter bauen.
 
Für Bestandsanlagen ergibt sich durch dieses neue Installationskonzept bei Loeschpack die Möglichkeit, Anlagen durch Stecken von IO-Link Schnittstellenkarten einfach und platzsparend zu erweitern oder auch komplette Retrofitmaßnahmen durchzuführen. Die bestehenden IO’s lasen sich dabei weiterhin nutzten und gleichzeitig kann dezentral in IP67 Technik installiert werden. Zudem erreicht man mit  nur einer IO-Link Master und 4 Sensorhubs mit  je 16DI auf 15mm Baubreite im Schaltschrank eine extrem hohe Kanaldichte auf kleinstem Raum.
 
Die für die IO-Link-Installation erforderlichen Dreidrahtleitungen kürzen die Maschinenbauer selber von zwei Standard-Ausgangsgrößen auf die gewünschte Länge, um sie dann mit Balluff Steckverbindern zu konfektionieren. So gibt es keine Schlaufen und „Schweineschwänze“ durch Kabelüberlängen, die zusätzlichen Platz an der Anlage oder in Kabelkanälen benötigen“, erläutert Ulrich Hausner.

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Die elektronische Ansteuerung erfolgt hauptsächlich mit Siemens SPS in Verbindung mit dezentraler Peripherie ET200S, ebenfalls von Siemens.
Reibungsloses Zusammenspiel
 
„Wir haben uns ganz bewusst für die Sensorhubs in IP67 von Balluff entschieden“, so Hausner weiter. „Das ansprechende Design, die hohe Funktionalität, die geringe Baugröße und die einfache Handhabung haben uns auf Anhieb gefallen.“ Mit einer Zykluszeit von lediglich 2,5 ms passen die Hubs (Variante ohne Diagnosefunktion) dann auch optimal zum Siemens Master mit seiner Zykluszeit von 5 ms. Die Anbindung der IP67 Welt in die ET200S-Peripherie in IP20 wurde so zum Kinderspiel. „Hier zeigt sich auch“, meint Hausner, dass das Zusammenspiel verschiedener IO-Link-Devices, auch wenn sie von verschiedenen Herstellern stammen, problemlos klappt. Der IO-Link-Standard in seiner aktuellen Ausprägung sorgt für eine hohe Interoperabilität.“
 
Interessant für LoeschPack ist derzeit der Einsatz von IO-Link vor allem bei zustellbaren Modulen wie Endstapler, Förderbänder etc.. Diese müssen besonders kompakt und platzsparend ausgeführt sein.
 
Für die durchgängige Nutzung von IO-Link in der gesamten Verpackungsmaschine sieht Ulrich Hausner in diesem spezifischen Fall derzeit keine Vorteile. So sitzt der Schaltschrank  -  eine Besonderheit von vielen Anlagen des Verpackungsmaschinenspezialisten -  oberhalb des Schmutzbereichs direkt auf der Anlage. Die Kabellängen fallen deshalb extrem kurz aus. Die Verschraubungen / Dichtungen am Schaltschrank sind ausreichend für die zum Einsatz kommenden Reinigungsverfahren. Ein Wechsel von der IP20-Welt zu einer Installation in der Schutzart IP67, wie sie IO-Link bietet, hätte keine Vorteile.
 
 
Ausblick in die Zukunft
 
Interessant könnte IO-Link eines Tages jedoch auch aus anderen Gründen werden. Stefan Horcher, Vertriebsingenieur von Balluff, der die IO-Link-Einführung bei LoeschPack begleitet hat, sieht hier noch viel ungenutztes Potential: „ Der neue Kommunikationsstandard steht nicht nur für eine zeitsparende, schlanke Verkabelung, sondern auch für vereinfachte Parametrier- und Diagnosekonzepte“. Sinn mache dies vor allem dann, wenn viele parametrierfähige IO-Link Sensoren und Aktoren in der Anlage verbaut sind. Sie ließen sich über IO-Link mithilfe von Daten- und Funktionsbausteinen zentral und softwarebasiert parametrieren, ganz gleich wo sich die einzelnen Devices befinden. Seiner Erfahrung nach nutzen manche Maschinenbauer diese Features, um nach dem Aufbau einer Serienmaschine, quasi auf „einen Rutsch“, die gesamte Anlage zu parametrieren. Sie verkürzen damit nicht nur die Inbetriebnahme, sondern die gesamte Time-to-market-Phase, was wichtige Verkaufsargumente sein können. Darüber hinaus profitiert der Nutzer von dieser Möglichkeit, wenn er eine Anlage zeitsparend an eine neue Rezeptur anpassen will.
 
Weitere Möglichkeiten eröffnet IO-Link bei der Diagnose. Weil Maschinen von LoeschPack weltweit im Einsatz sind, genießen zuverlässige Fernwartungskonzepte hohe Priorität. Hier können IO-Link-Sensoren und Aktoren richtig punkten, denn sie machen den Blick auf die Prozessebene frei. Der Service-Mitarbeiter erkennt im Fall einer Störung im Detail, was dem Sensor oder Aktor fehlt. Vielleicht ist ja nur ein Sensor verschmutzt und das entsprechende Meldebit gesetzt. In jedem Fall erhält der Maschinenbediener eine klare Diagnose und konkrete Tipps, wie er Abhilfe schaffen kann.

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