Performance Support für Mitarbeiter, Applikationen und Prozesse

Performance Support für Mitarbeiter, Applikationen und Prozesse
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28.11.2011 | Der Return on Invest einer neu implementierten Software-Applikation kann nur erreicht werden, wenn unter den Mitarbeitern eine Akzeptanz für das neue System herrscht und wenn sie dieses effizient und wie vom Unternehmen geplant einsetzen. Ein Performance Support System setzt Softwareschulungen in Form von Microlearning um und verbessert so die Performance der Mitarbeiter.

Im Zusammenhang mit der Einführung einer neuen Software investieren Unternehmen im Schnitt 80 Prozent ihres eingeplanten Trainingsbudgets in formale Schulungsmaßnahmen, wie z. B. mehrtägige Präsenzschulungen, die meist einige Wochen vor Einführung der Software stattfinden. Wird die Software dann unternehmensweit ausgerollt, wird erwartet, dass sich die errechneten Kosten- und Zeitersparnisse innerhalb kurzer Zeit einstellen. Dieser Effekt bleibt jedoch oftmals aus. Selbst wenn keine größeren Softwarefehler gemeldet und die implementierten Prozesse systemseitig vollständig unterstützt werden, stellt sich der Return on Invest nicht, wie geplant, in der gewünschten Zeit ein. Oftmals sind es Anwenderfehler, die die Effizienz der neuen Software und die Ausführung der damit verbundenen Geschäftsprozesse bremsen. Mitarbeiter sind trotz kostenintensiver Schulungsmaßnahmen nicht in der Lage, die neue Technologie richtig zu nutzen. Untersuchungen zeigen, dass mit Hilfe formaler Trainingsmaßnahmen nur 20 Prozent des Wissens, das nötig ist, um die neue Software im gewünschten Umfang zu nutzen, an die Mitarbeiter weitergegeben wird. Erschwerend kommt hinzu, dass Lerner bereits 48 Stunden nach einer Schulung nur noch ca. 30 Prozent des gelernten Stoffs wiedergeben können[1]. Zwar stehen einem Mitarbeiter auch nach formalen Lernmaßnahmen meist eine Vielzahl an Schulungsunterlagen, wie Dokumentationen, Geschäftsprozessmodelle, Präsentationen, Wikis oder Blogs zur Verfügung. Allerdings muss der Anwender zu deren Ansicht seine Arbeit unterbrechen und gezielt nach der Problemlösung suchen. Es kommt zu Produktivitätsverlusten, die Anwender sind aufgrund der Flut an vorhandenen Informationen überfordert, Fehler schleichen sich ein, die Akzeptanz für das neu eingeführte Software-System sinkt. Diese Probleme wurden auch dem Textilunternehmen Schiesser zum Verhängnis. Als 2006 das veraltete Warenwirtschaftssystem, bestehend aus fünf verschiedenen ERP-Systemen, verbunden mit Eigenentwicklungen, abgelöst wurde, versprach sich das Management eine flexiblere, effektivere und modernere Planung der Textilproduktion, die stark auf saisonale, durch die Branche fixierte, Liefertermine fokussiert ist. Doch genau das Gegenteil stellte sich ein. Manuelle Fehleingaben im System, verbunden mit einer Überforderung der Mitarbeiter, führten dazu, dass falsche Stoffe in falschen Mengen eingekauft wurden und somit die Produktion ins Stocken geriet. In vorliegendem Fall waren die Probleme sogar so schwerwiegend, dass sie mit ein Grund zur Insolvenz des Textilherstellers waren[2].

Diese Tatsachen zeigen, wie wichtig es ist, die Mitarbeiter nicht nur im Vorfeld eines Software Rollouts zu schulen, sondern sie auch unmittelbar nach dem Going-Live einer Anwendung und darüber hinaus zu unterstützen.

1. Kleine Lerneinheiten für das problemorientierte Lernen

1. Kleine Lerneinheiten für das problemorientierte Lernen
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Microlearning greift genau diese Idee auf und fördert informelles, auf den Benutzer zugeschnittenes Lernen mit Hilfe kleiner Lerneinheiten im Arbeitskontext. Microlearning ermöglicht Anwendern, Lerninhalte auch in täglichen Arbeitsprozessen problemorientiert und kontextspezifisch zu beziehen. Kontinuierliche Wiederholungen tragen zur Verinnerlichung des gelernten Stoffs bei. Der Mikroaspekt bezieht sich dabei auf zwei Dimensionen: die Lerninhalte sind sowohl zeitlich als auch inhaltlich beschränkt. Dadurch, dass sie meist ein gegenwärtiges Problem beleuchten und lösen, liefern sie ein direktes Erfolgsfeedback, was zur Erhöhung der Lernmotivation beiträgt und Lernbarrieren abbaut. Microlearning ist besonders im eLearning-Umfeld verbreitet und kann je nach Lerntyp und Nutzergewohnheiten verschiedene Gestalten annehmen. Beispiele hierfür sind: kurze Texterläuterungen oder Videosequenzen, Testfragen, Bilder, Screenshots, Web Based Trainings etc. Auch Apps, Quizzes oder Lernspiele, die verstärkt auf mobilen Endgeräten wie Smartphones oder Tablet-PCs abgerufen werden, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind ebenfalls unter dem Aspekt des Microlearning zu betrachten.

2. Electronic Performance Support als technologischer Ansatz

Ein Electronic Performance Support System (EPSS) setzt die Idee des Microlearning technisch um, versorgt den Nutzer mit kleinen, kontextbezogenen Lerneinheiten direkt am Arbeitsplatz und steigert so die Produktivität des Mitarbeiters und die Effektivität von Arbeitsprozessen. Im Allgemeinen wird ein EPSS definiert als „a computer-based system that improves worker productivity by providing on the job access to integrated information, advice and learning experiences“[3]. Sie zielen darauf ab, die Komplexität eines Arbeitsprozesses und dessen Durchlaufzeit zu reduzieren, exakt die Informationen bereit zu stellen, die der Nutzer wirklich benötigt und stellen eine Entscheidungshilfe zur Verfügung, die den Nutzer bei der Lösung eines bestimmten Problems unterstützt[4].

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