408 Passagiere können sich an Bord des Luxusliners MS Europa von den 280 Besatzungsmitgliedern verwöhnen und auf Kreuzfahrtrouten zu den schönsten Plätzen der Welt entführen lassen. Im September 2009 lief das Schiff der Reederei Hapag-Lloyd im Rahmen der regulären Wartungsroutine ins Trockendock ein. Innerhalb von neun Tagen erledigten die Spezialisten der ABB Marine Services dort die komplette Wartung der zwei drehbaren Azipod-Antriebe, die mit Frequenzumrichtern aus dem Schweizer Werk in Turgi ausgrüstet sind. Darüber hinaus wurden die mittlerweile veralteten Leistungsschalter in der Hauptschalttafel durch neue Vakuumleistungsschalter des Typs VD4 ersetzt. Im Gegensatz zu den vorher verbauten Leistungsschaltern, die ihren Aufgaben entsprechend alle unterschiedlich ausgestattet waren, kommen nun überall einheitliche Schalter zum Einsatz. Dadurch erhöht sich die Verfügbarkeit, da die Bordelektriker nun problemlos selbst auf See betriebswichtige Schalter ersetzen können. Eine ganz andere Fracht als die MS Europa transportiert das Containerschiff MSC Kalina.
Mit einer Länge von 366 m ist sie eine Gigantin der Meere. Bis zu 14.000 Container finden auf dem Schiff der Mediterranean Shipping Company Platz – damit ist die 2009 in Betrieb genommene Kalina das Containerschiff mit der weltweit grössten Ladekapazität. Im Maschinenraum der Kalina arbeiten gewaltige Dieselmaschinen mit einer Leistung von mehr als 72.000 kW – damit erreicht der Frachtriese eine Geschwindigkeit von bis zu 25 Knoten.Überwachung von Dieselmotoren
Von viel grösserer Bedeutung für den
wirtschaftlichen Betrieb des Schiffes ist jedoch die Energieeffizienz.
Hier kommt ABB-Technologie ins Spiel: Cylmate, ein intelligentes System
zur Überwachung von Dieselmotoren, sorgt gemeinsam mit dem Ship
Performance System des norwegischen Spezialisten Kyma dafür, dass die
Maschinen der Kalina optimal arbeiten. Das Cylmate System kombiniert die
Zylinderdruckmessung und die präzise Positionsbestimmung der
Kurbelwellen mit einem hoch entwickelten mathematischen Modell des
Motors. So werden kontinuierlich Echtzeitdaten für die
Motorenüberwachung gesammelt. Das Kyma Ship Performance System
analysiert die Daten, kombiniert sie mit weiteren nautischen
Schlüsselinformationen wie Geschwindigkeit, GPS-Position oder
Windrichtung und -stärke und fasst sie in Datensätzen zusammen. Damit
stehen der Besatzung auf Knopfdruck alle Informationen zur Verfügung,
die für einen optimalen Betrieb des Schiffes ausschlaggebend sind. Neben
der Energieeffizienz wird so auch die Betriebssicherheit und
Lebensdauer der Maschinen durch eine verbesserte Wartungsplanung mit
frühzeitigem Erkennen potenzieller Fehlerquellen optimiert.