Energy Harvesting in der Materialflusstechnik

Energy Harvesting in der Materialflusstechnik
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16.04.2010 | Funk-Schaltgeräte setzen sich auch im Materialfluss durch. Mit gutem Grund: Gerade wenn alles in Bewegung ist, können kabelgebundene Schalter stören. Noch konsequenter lässt sich das Funk-Prinzip verwirklichen, wenn man kabellose und batterielose Geräte nutzt, die nach dem Prinzip des „Energy Harvesting“ arbeiten. Auch hierfür gibt es bereits Einsatzbeispiele im Materialfluss.

Die Aufgabenstellung wird fast jedem Betriebstechniker bekannt sein: Um ein zeitsparendes Öffnen und Schliessen von Industrietoren auch vom Gabelstapler aus zu ermöglichen, soll an der Hallendecke ein Zugschalter installiert werden, an dem ein Seil befestigt wird. Ein solcher Schalter kann kostengünstig beschafft und montiert werden. Anders sieht es mit der Installation aus: Die Stromzu­leitung muss in der Regel über viele Meter bis zum gewünschten Punkt verlegt werden – das kostet Zeit und Geld.

Kleinst-Kraftwerke im Schalter
Dieses Problem kann man nun elegant lösen, indem man einen Zugschalter von steute einsetzt, der nach dem Prinzip des „Energy Harvesting“ arbeitet. Das funktioniert folgendermassen: Wenn der Bediener am Zugseil zieht, betätigt er den Schaltstössel. Dieser ist mit einem miniaturisierten elektrodynamischen Energiegenerator verbunden, der kinetische in elektrische Energie umwandelt. So wird aus der Bewegung Strom erzeugt, mit dem der Schalter ein Signal an eine Empfangseinheit senden kann. Das Sendeprotokoll ist der jeweiligen Sende- und Empfangseinheit eindeutig zuzuordnen, so dass auch mehrere Schalter gleichzeitig senden können, und für jeden Befehl werden mehrere Telegramme gesendet. Auf diese Weise wird eine hohe Übertragungssicherheit gewährleistet.

Bild 1 (Wireless-Zugschalter): Zugschalter mit „Energy Harvesting“-Technologie generieren Energie aus der Umgebung. Deshalb kommen sie ohne Kabel und ohne Batterie aus – ideal für die Betätigung von Industrietoren.

Die Reichweite des Signals beträgt 300 Meter im Freien.

Die Reichweite des Signals beträgt 300 Meter im Freien.
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Die Reichweite des Signals beträgt 300 Meter im Freien und 30 Meter in geschlossenen Räumen. Wenn grössere Entfernungen zu überbrücken sind, kommen Repeater zum Einsatz. Für die Auswertung stehen verschiedene Empfänger zum Schaltschrankeinbau zur Verfügung. Eine nur 100 mm lange Antenne, die per Magnet am Schaltschrank angebracht werden kann, empfängt die Signale. Als Alternative zum Energiegenerator werden auch Funk-Schaltgeräte angeboten, die die Energie über eine miniaturisierte Solarzelle erzeugen. Ein integrierter Energiespeicher sorgt dafür, dass die Geräte bis zu 48 Stunden Dunkelheit überbrücken können.

Bild 2 (Auswerteeinheit/ Repeater): Neben verschiedenen Auswerteeinheiten zum Schaltschrankeinbau stehen auch Repeater zur Verfügung, die die Reichwerte der Signalübertragung erhöhen.
 
 
Kreative Anwender finden neue Einsatzmöglichkeiten
Die Vorteile, die das Energy Harvesting bei diesem Anwendungsbeispiel bietet, sind so offensichtlich, dass mit dem kabellosen Zugschalter schon zahlreiche Hallen-, Sektional- und Schnelllauftore betätigt werden. Damit sind die Möglichkeiten dieser Technologie in der Materialflusstechnik aber noch nicht erschöpft. Sinnvoll ist ihr Einsatz auch an mobilen Transportgeräten wie z. B. einem Satellitenfahrzeug, das an der Verladestation eines Chemieunternehmens eingesetzt wird. Das Fahrzeug meldet über einen kabellosen Positionsschalter an die Leitwarte, wenn es an einem Bahnwaggon angedockt hat. So kann man auf aufwändige Schleifleitungen oder Energiezuführungen verzichten. Hier kommt die ATEX-gerechte explosionsgeschützte Ausführung des Systems zur Anwendung, die erst vor Kurzem dem Markt vorgestellt wurde.

Sicherungssystem an der Verladerampe

Sicherungssystem an der Verladerampe
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Ein weiteres Anwendungsbeispiel erhöht die Sicherheit an der Rampe. Ein Hersteller von Lkw-Verladesystemen entwickelte auf der Basis der energieautarken Funk-Schaltgeräte einen transportablen Unterlegkeil, der den Lkw, der gerade be- oder entladen wird, am Wegfahren hindert. Ein Funk-Positions­schalter überwacht die Position des Keils. Das Signal kann z. B. eine Ampel schalten, die Öffnung bzw. das Schliessen des Verladetors veranlassen oder externe Sicherheitseinrichtungen aktivieren. Auf diese Weise vermindert man das Risiko, dass es zu Staplerunfällen an der Rampe kommt.

Bild 3 (LKW Laderampe): Ein Wireless-Positionsschalter ist ein wichtiges konstruktives Element bei einer innovativen Sicherheitseinrichtung für die LKW-Beladung.
 

Bei der CARL GEISSER AG, die das steute-Programm in der Schweiz vertreibt, ist man gespannt, welche Einsatzfälle in der Materialflusstechnik künftig noch realisiert werden. Der Einstieg in die neue Technologie ist leicht: Geisser bietet unter anderem ein „Starterpaket“ mit Zugschalter und Empfangseinheit an, das in ganz wenigen Schritten installiert und in Betrieb genommen werden kann. Übrigens sehen viele Experten im Energy Harvesting eine echte Zukunfts­techno­logie. Sie rechnen zum Beispiel mit Handys, die sich über die Körperwärme aufladen. Und für den Industriesektor könnte es in Zukunft kabellose Funk-Schalter geben, die die benötigte Energie aus Vibrationen oder aus Temperatur­unterschieden generieren.
 

Generalvertretung für steute in der Schweiz:

Carl Geisser AG, Industriestrasse 7, 8117 Fällanden,
Telefon 044-806 65 00, Fax 044-806 65 01,
E-Mail: info@carlgeisser.ch, Internet: www.carlgeisser.ch

Geschäftsführer: Bruno Senn

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