Das Bewusstsein für die Energie als wichtigen Wirtschaftsfaktor hat sich in den letzten Jahren verstärkt, weshalb vielerorts Programme zur Steigerung der Energie effizienz durchgeführt werden. Energiemanagement schafft Transparenz bei den Kosten und hilft Unternehmen, die Möglichkeiten zu nutzen, die sich mit den Veränderungen auf den Beschaffungsmärkten für die unterschiedlichen Energieträger bieten.
Umfassende Gesamtlösung
Unter dem Namen «Energy Efficiency Service» bietet ABB Schweiz ihren Kunden ein komplettes Spektrum an Produkten und Lösungen im Bereich der Energieoptimierung an. Es umfasst zunächst die Beratung und Identifikation der kundenspezifischen Systemlösung und anschliessend das Engineering und die Implementierung eines schlüsselfertigen Systems sowie die Schulung der Anwender. Technisch reicht das Angebot von Produkten wie Motoren und variablen Antriebssystemen bis zum komplexen Softwaretool.
Informationen in Echtzeit
Ein wirkungsvolles Tool aus dem gesamten Portfolio, das ABB im Rahmen der Energieeffizienz-Lösungen anbietet, ist die «Energy Management and Optimization»-Lösung (EMO). Dieses Softwaremodul hilft, Energiekosten drastisch zu reduzieren und die Energieeffizienz zu erhöhen. ABB hat langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Bereitstellung von Energiemanagementsystemen für die Prozessindustrie, darunter insbesondere für die Papier- und Stahlproduktion. Die bewährten Techniken und Lösungen sind auch für andere Industriebranchen verfügbar, die hohe Energiemengen in veränderlichem Umfang verbrauchen: Zellstoff- und Papierindustrie, Metall- und Mineralindustrie, Chemie und Petrochemie sowie viele andere mehr. Das System hilft, Energieverbrauch und -kosten zu senken, und ist ein Schlüsselelement des unternehmensinternen Energiemanagementprogramms.
Den Ausgangspunkt für die Energieverwaltung bilden die Informationen, die in Echtzeit von den Prozessleit- und Steuersystemen geliefert werden, sowie die in den Planungssystemen gespeicherten Produktionspläne.
Vielfältige Anwendungen
Die Gesamtlösung umfasst Planungsfunktionen zur Optimierung von Energieverbrauch und -verfügbarkeit, Energiebilanzfunktionen zur Unterstützung der Überwachung und Steuerung in Echtzeit sowie Berichtsfunktionen zur Erfassung und Auswertung der Verbrauchs-, Kosten-, Effizienz- und sonstigen energiebezogenen Informationen. Die skalierbare Lösung eignet sich für einzelne Fabriken ebenso wie für multinationale Konzerne mit zahlreichen Standorten rund um die Welt. Die vielfältigen Anwendungen erstrecken sich auf sämtliche Aspekte der Energieplanung, des Betriebs- und des Berichtswesens. Besonders hohe Einsparungsmöglichkeiten sind dort gegeben, wo Stromverbrauch und -preise Schwankungen unterliegen, was in der Prozessindustrie und in liberalisierten Energiemärkten häufig der Fall ist. Im typischen Fall können insgesamt rund zwei bis fünf Prozent der gesamten Energiekosten gespart werden.Beispiel: Energiemanagement bei Swiss Steel
Die Swiss Steel AG (früher von Moos Stahl) in Emmenbrücke bei Luzern ist einer der führenden Lieferanten von Qualitäts-, Edel- und Automatenstählen für die europäische Automobil-, Maschinenbau- und Komponentenindustrie. Die von ABB an Swiss Steel gelieferte Energiemanagementlösung senkt die Stromkosten dadurch, dass sie Lastprognosen an den Stromlieferanten sendet und den tatsächlichen Verbrauch überwacht. Die Prognosen geben den erwarteten Verbrauch des laufenden und des nächsten Tages in Intervallen von 15 Minuten an. Das Energiemanagementsystem bezieht die Produktionspläne für das Stahl- und das Walzwerk aus deren Produktionsplanungssystemen und berechnet den entsprechenden Energieverbrauch. Am meisten Energie verbraucht der Lichtbogenofen, dessen Last im Verlauf des 50-minütigen Schmelzzyklus steil von null auf den Maximalwert ansteigt und wieder zurückfällt. Im Walzwerk ist der Verbrauch abhängig vom jeweils in der Fertigung befindlichen Endprodukt.
Änderungen laufend aktualisiert
Die Lastzyklen des Lichtbogenofens bewirken starke Verbrauchsschwankungen. Falsche Verbrauchsprognosen bedeuten höhere Kosten für den Stromlieferanten, die in Form von Strafzahlungen an den Kunden weitergegeben werden. Um diese zu vermeiden, werden Änderungen im Produktionsplan oder Betriebsstörungen laufend im Energiemanagementsystem aktualisiert, und der Stromlieferant erhält unverzüglich die aktualisierte Lastinformation. Das Personal überwacht den Verbrauch anhand der Spitzenlast über wachungsanzeige, die Abweichungen rechtzeitig meldet, um Strafzahlungen zu vermeiden. Das Energiemanagementsystem ordnet die Kosten der verbrauchten Energie den tatsächlichen Benutzern zu, d.h. den einzelnen Fabrikbereichen. Falls eine Strafzahlung fällig werden sollte, wird diese auf die für den Prognosefehler verantwortlichen Einheiten umgelegt, um das Personal zu möglichst präziser Überwachung anzuhalten. Auf diese Weise hilft das Energiemanagementsystem Swiss Steel, unnötige, also vermeidbare, Energiekosten konsequent zu reduzieren und gleichzeitig auch die Energiebereitstellung zu optimieren.