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Dynamische Fluchtweglenkung: Lebensretter bei Gefahr

07.01.2010 | Immer wieder erreichen uns erschütternde Nachrichten über Brandkatastrophen, bei denen viele Menschen ums Leben gekommen sind. Das Spektrum der Schäden ist vielseitig und schließt alle Lebensbereiche ein: Flughäfen, Sportarenen, Theater, Discotheken, Hotels, Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser, Verkehrstunnel und viele mehr.
Gemeinsam haben sie alle eines: bestimmungsgemäß halten sich dort immer viele Menschen auf. Der Ausbruch eines Brandes hat im Regelfall verheerende Folgen, weil für diesen Fall offensichtlich keine ausreichenden Schutzmaßnahmen vorhanden sind. Das muss aber nicht sein.
Sicherheitsbeleuchtung, auch als Not- und Panikbeleuchtung bekannt, hat den grundsätzlichen Zweck, bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung ein gefahrloses Verlassen der Räumlichkeiten zu gewährleisten. Was aber geschieht in Ausnahmesituationen, wenn Feuer und Rauch den nächstgelegenen Fluchtweg versperren? Wenn starke Rauchentwicklung die Sicht so stark einschränkt, dass keine Orientierung ins rettende Freie möglich ist? Wenn Fluchtweg-Rettungszeichen überhaupt nicht mehr erkennbar sind?
Ausgelöst durch eine Brandkatastrophe auf einem deutschen Großflughafen nahm sich INOTEC Sicherheitstechnik GmbH dieser Problematik an. Recht bald wurde festgestellt, dass die herkömmliche, statische Richtungslenkung nach VKF oder VDE 0108 (feste Vorgabe der Fluchtrichtung und Anzeige durch Piktogramme mit Pfeil links, rechts oder nach unten) in verrauchten Bereichen ihren Zweck nicht erfüllt. Denn: wohin führte die einmal definierte und ausgewiesene Richtungsempfehlung wirklich? Ins Freie oder weiter in den gefährdeten Bereich?
Die LED-Technik mit lichtstarken Dioden, die in den letzten Jahren stark an Bedeutung zugenommen hat, bot sich dank ihrer multiplen Steuerungsfunktion als Richtungs- und Hinweiselement an. Eine Rettungszeichenleuchte in LED-Technik kann beispielsweise nicht nur Pfeile und Hinweise nach allen Richtungen hin generieren, sondern auch Fluchtwege komplett durch ein Kreuz roter Dioden sperren. Statische Beleuchtung, Blinken, Bestimmung der Richtung und der Einsatz als Lauflicht – das alles war nun realisierbar.
Direkt nach dem Ansprechen eines Brandmelders, Temperaturfühlers oder Rauchmelders wird ein vorab definiertes Szenario ausgelöst. Alle vom Brandherd fort führenden Fluchtwege werden über die angeschlossenen Fluchtwegleuchten angezeigt. Der Weg in den nächsten freien, sicheren Bereich wird damit klar erkennbar.
Um die Leuchten optimal einzusetzen, waren natürlich genaue Kenntnisse über die Umfeldbedingungen beim Brandverlauf erforderlich. Rauch, durch seine thermische und toxische Belastung häufigste Todesursache bei Bränden, konzentriert sich im oberen Raumdrittel. Das bedeutet auch, dass herkömmliche Fluchtwegbeleuchtung über den Türen kaum oder gar nicht mehr erkennbar ist. Die Diodentechnik hat zwar einen besseren Wirkungsgrad, ist aber als Personen lenkendes Element, angebracht in gleicher Raumhöhe, ebenso ungeeignet. Die Erkenntnis, dass sich in vielen Fällen über dem Boden eine raucharme Zone bildet hat schon vor vielen Jahren zu der Empfehlung geführt, von Rauch betroffene Korridore und Räume gebückt oder kriechend zu verlassen. In diesem Bereich ist nicht nur die Atemluft am Erträglichsten sondern auch Sicht am Besten. Die Erkennbarkeit von Richtungsweisenden Zeichen, z.B. die D.E.R- Wandeinbau- oder Bodeneinbauleuchten für die Angabe der Fluchtwegrichtung, sind damit dort am Größten.Auch auf der Vorschriftenseite hat man dieser Erkenntnis Beachtung entgegengebrachtDer Hauptverband der gewerblichen Berufgenossenschaften (HVBG) gab im
Januar 2001 das Regelwerk BGR 216 „Optische Sicherheitsleitsysteme
(einschl. Sicherheitsbeleuchtung)“ heraus. Bodennahe
Sicherheitsleitsysteme werden als Bestandteil eines stärker werdenden
Brandschutzes, auch unter Verweis auf die „sprunghafte technische
Weiterentwicklung“ empfohlen. Sie sind zu errichten, wenn Personen
„aufgrund von Rauch die Rettungswege und Notausgänge nicht sicher
erkennen können, oder wenn ein vorhandenes, nicht bodennahes
Sicherheitsleitsystem seine Aufgabe wegen Verrauchung nicht erfüllen
kann“. Die Reaktion auf Brandgegebenheiten, so z. B. die Veränderung
der Richtung (dynamisches Sicherheitsleitsystem) sind ebenso enthalten,
wie eine Beschreibung der Einsatzapplikationen: Theater, Sportarenen,
Alten- und Pflegeheime, Universitäten, Krankenhäusern usw., also
Räumlichkeiten in denen sich bestimmungsgemäß viele Personen aufhalten
und - das ist explizit erwähnt - Menschen mit geringer Mobilität.
D.E.R.
– Dynamic Escape Routing - wurde bereits vielfach in Flughäfen,
Theatern, Bahnhöfen, Sportstätten, Kaufhäusern und Verkehrstunneln
eingesetzt, kombiniert mit konventioneller Sicherheitsbeleuchtung. In
dieser Konstellation wurde auch das im Jahre 2003 abgeschlossenen
Projekt „Clinique St. Louis, Ettelbrück (Luxemburg) realisiert. Über
1200 lichtstarke LED-Leuchten sind in den Hauptkorridoren über 7 Etagen
angeordnet. Im Brand- und/oder Katastrophenfall unterstützen sie das
Klinikpersonal und leiten ortsfremde Besucher sowie Patienten vom
Brandherd weg in die Treppenhäuser und von dort ins Freie.
Auch
im Flughafen Zürich, Kloten werden DER - Bodeneinbauleuchten in
besonders gefährdeten Bereichen eingesetzt um Reisenden im Brand- oder
Evakuierungsfall eine schnelle Orientierung zum nächstgelegenen Ausgang
zu ermöglichen.
Die Minimierung von Restrisiken ist Bestandteil
jeder verantwortungsbewussten und zukunftsorientierten Planung. Das
INOTEC - D.E.R.System trägt dazu bei, die Gefährdung für Leib und Leben
von Personen während eines Netzausfalls oder Feuers weiter zu
vermindern und wird zunehmend Teil des Brandschutzkonzepts.
Autor: Heinz – Dieter Jäger, INOTEC Sicherheitstechnik GmbH, Marketing- und Vertriebsleiter Export, D-59469 Ense
In der Schweiz: Inotec Sicherheitstechnik (Schweiz) AG Industriepark 5 | Postfach | CH-8610 Uster Tel +41 43 355 20 60 | Fax +41 43 355 20 70 inotec-licht.ch | info@inotec-licht.ch

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