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Software macht Laptop zum Simultanübersetzer
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"Der Tag wird kommen, da wir menschliche Performance erreichen"
Archiv | 06.03.2010 | Forscher am Karlsruhe Institute of Technology (KIT) und Partnerinstitutionen haben eine Software entwickelt, mit der ein einfacher Laptop zum Simultanübersetzer wird. "Wir haben bereits ein System, dass meine Vorlesungen so gut übersetzt, dass ein Spanier ihnen folgen kann", sagt Alex Waibel, Professor am Institut für Anthropomatik des KIT.
Der Prototyp zeigt das Potenzial computerisierter
Simultanübersetzung. Zwar werden Computer mit sprachlichen
Feinheiten
immer Probleme haben, wie der Informatiker einräumt. Doch mit
adaptiven
Systemen könne das weitgehend in den Griff bekommen werden,
während die
Maschine keine Probleme mit der Informationsmenge haben sollte.
"Der Tag
wird kommen, da wir menschliche Performance erreichen", meint
daher
Waibel.
Adaptive Lösungen für komplexe Aufgabe Im
Vergleich zu reinen Textübersetzungen wie etwa mit Google
Translate ist
die Simultanübersetzung ein noch deutlich komplexeres Problem.
"Bei
gesprochener Sprache wird die Satzstruktur nicht unbedingt korrekt
eingehalten", nennt der Experte ein Beispiel. Diese Tatsache
bildet für
Computersysteme ebenso einen Stolperstein wie unsaubere
Aussprache.
"Simultanübersetzung ist aber ein sehr schweres Problem, wo auch
der
Mensch nicht perfekt ist", sagt Waibel. Insbesondere könne die
kognitive
Geschwindigkeit zum Problem werden.
Genau damit haben
Computersysteme nicht zu kämpfen. Im Gegenteil, die Forscher
setzen
darauf, dass sich adaptive Systeme praktisch in Echtzeit
spezialisieren
können. Mit Informationen wie den Texten einer
Powerpoint-Präsentation
kann online nach ähnlichen Texten gesucht werden, um so
zusätzliche
Fachbegriffe zu lernen und die Übersetzungsqualität zu verbessern.
Das
habe letztendlich Ähnlichkeiten mit der themenspezifischen
Vorbereitung,
die auch für menschliche Übersetzer nötig ist, so Waibel. Auch die
Anspassung an verschiedene Sprecher sei mittels adaptiven Methoden
möglich.
Günstige Verständigungsmöglichkeit' Zwar
ist Waibel selbst überzeugt, dass menschliche Übersetzer für
wichtige
Ereignisse die erste Wahl bleiben werden, wenn die Kosten nur eine
untergeordnete Rolle spielen. Das liegt am besseren
Tiefenverständnis von
Sprache. "Ansonsten ist ein System mit kleinen Macken aber
deutlich besser
als gar keines", betont er. Er verweist auf Uni-Vorlesungen oder
wissenschaftliche Tagungen als Fälle, wo Computer die
Verständigung
ermöglichen können. Zur Wiedergabe wird beispielsweise an
Lautsprechern
mit stark gerichteten Tönen für einzelne Hörer gearbeitet, dank
denen in
mehrere Sprachen gleichzeitig übersetzt werden könnte.
Neben
dem
Vorlesungssystem, das vom Englischen ins Spanische übersetzt, gibt
es auch
einen etwas allgemeiner gehaltenen Prototypen für
Deutsch-Englisch-Übersetzungen. Außerdem existieren Beispiele, wie
gut
Parlamentsdebatten übersetzt werden können. Die Software wird auf der CeBIT im Rahmen des future parc
vorgeführt. Die
Forscher hoffen, schon in vier Jahren ein
Simultanübersetzungssystem als
marktreifes Produkt anbieten zu können. (pte)

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