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Schnappschüsse machen Stromnetz effizienter
28.01.2012 | Mit „Schnappschüssen“ des Stromnetzes will Siemens zur Netzstabilität beitragen. Sogenannte Power Snap Shots aus intelligenten Stromzählern („Smart Meters“) von Siemens liefern zeitsynchrone Netzkenngrößen höchster Genauigkeit aus dem Niederspannungsnetz, die als Basis für die Analyse dieser Netze in Städten und Gemeinden dienen können.
Mit den
gewonnenen Daten lässt sich die Netzinfrastruktur effizienter nutzen und
zum Beispiel elektrische Fahrzeuge oder die Einspeisung von Strom aus
Photovoltaik besser einbinden. Die Power-Snap-Shot-Analysen (PSSA) hat
Siemens mit dem Austrian Institute of Technology und mehreren
österreichischen Netzbetreibern entwickelt. Das Projekt wurde vom
österreichischen Klima- und Energiefonds gefördert.
In Zukunft stellt die steigende Zahl dezentral und schwankend
einspeisender erneuerbaren Energiequellen sowie Elektrofahrzeuge oder
Elektroheizungen eine enorme Herausforderung für die Stromübertragungs-
und Verteilernetze dar. Um abschätzen zu können, wie viele Einspeiser und
Verbraucher ein Ortsnetz verkraftet, werden Modellsimulationen
ausgeführt. Bisher sind diese Modelle stark vereinfacht, sodass große
Sicherheitszuschläge eingeplant werden müssen. Für genauere Simulationen
sind Detailkenntnisse über die Niederspannungsnetze notwendig.
Daher haben die Entwickler von Siemens Österreich die PSSA entwickelt,
mit der die Smart Meters in Ortsnetzen ausgestattet werden. Diese
erfassen so nicht nur Energieverbrauchsdaten, sondern erzeugen auch reale
und zeitsynchrone Abbilder der Spannungen in den Ortsnetzen zu
netztechnisch wichtigen Zeitpunkten. Die Daten besitzen eine bisher nie
dagewesene Genauigkeit, da auch die unterschiedliche Auslastung der
Phasen und die Stromrückleitung im Erdreich erfasst werden. Aufgrund
dieser Kenntnisse über die eigentlichen Zustände im Netz können Netzbetreiber
die vorhandene Infrastruktur effizienter ausnutzen. Um
Stromverbrauchsspitzen auszugleichen, können sie beispielsweise
Verbrauchergruppen wie Elektroheizungen oder Wärmepumpen ohne Einbußen
des Komforts für die Endverbraucher gezielt vom Netz nehmen. Zusätzlich
können die Daten zur Investitionsabschätzung beim Ausbau der
Netzinfrastruktur genutzt werden.
Die PSSA wird noch 2012 auf dem Markt erhältlich sein. Siemens Smart
Meters, die schon bei vielen Kunden im Einsatz sind, können dann durch
Firmware-Download ohne Verletzung der Eichgültigkeit mit dieser
Zusatzfunktion ausgestattet werden.

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