|
|
Passgenaue Roboterteile mit 3D-Drucker
 3D-Drucker: Für passgenaue Roboterteile (Foto: creativemachines.cornell.edu)
Archiv | 01.10.2011 | Wenn es um die Entwicklung und Herstellung von Robotertechnologie und ihren Bauteilen geht, ist ein gut durchdachtes und funktionales Design von entscheidender Bedeutung. Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, haben findige Forscher des Creative Machines Lab der Cornell University im US-Bundesstaat New York nun ein neuartiges Produktionsverfahren vorgestellt, das einzelne Roboterteile wie künstliche Muskeln, Knochen, Batterien, Kabel und sogar Computer passgenau von einem 3D-Drucker "bauen" lässt.
"Unser Ziel ist es, Roboter in der theoretischen Simulation zu entwickeln
und dann einfach 'Print' zu drücken, um das entsprechende Bauteil aus einem
3D-Drucker ausspucken zu lassen", zitiert NewScientist Jeffrey Clune,
Leiter des sogenannten "HyperNEAT"-Projekts, das sich vor allem der
Weiterentwicklung der neurowissenschaftlichen Robotertechnik verschrieben hat.
Die Forschungsarbeit, die Clune und sein Team am Creative Machines Lab
betreiben, gilt als revolutionär und soll letzten Endes dazu beitragen, eine
vollkommen neue Art von kreativer künstlicher Intelligenz zu erschaffen, die
sich in ihren Grundzügen stark am menschlichen Vorbild orientiert.
Noch in den Kinderschuhen
Um seine Vision der Zukunft des Roboterbaus Wirklichkeit werden zu lassen,
hat Clune gemeinsam mit Kollegen die Webseite EndlessForms ins Leben gerufen.
Diese nutzt spezielle algorithmische Berechnungsmodelle, um bestehende
Designkonzepte schrittweise anzupassen, sodass sie anschließend per
3D-Druckverfahren plastisch umgesetzt werden können.
Zum jetzigen Zeitpunkt steckt dieses Verfahren noch in den Kinderschuhen.
Dennoch ist es Clune zufolge bereits mehrfach gelungen, verschiedene
Einzelkomponenten für den Roboterbau wie etwa Kabel oder künstliche Muskeln auf
diese Weise herzustellen. Die größte Herausforderung liegt derzeit noch darin,
auch unterschiedliche Materialien mit verschiedenen Härtegraden produzieren zu
können. "Am Ende soll sich alles ausdrucken lassen", so der
Wissenschaftler.
Perfekt maßgeschneidert
Dass sich die rasant fortschreitende technologische Entwicklung im Bereich
des 3D-Drucks für die Produktion von perfekt passgenauen Bauteilen sehr gut
eignet, haben nicht nur die Computerwissenschaftler der Cornell University
erkannt. Erst Anfang Juni dieses Jahres sorgte etwa das Modedesing-Labor
Continuum Fashion mit der Ankündigung für Aufsehen, 3D-Drucker für die
Herstellung von maßgeschneiderten Bikini-Modellen einzusetzen, die exakt an die
Körperform der Trägerin angepasst sind. (pte)

|
|