Auf die Bedeutung dieses Prüfverfahrens für die
Betriebssicherheit von Datennetzen weist der Schweizer
Verkabelungsspezialist R&M im aktuellen White Paper "Re-embedded- ein neues Testverfahren nicht nur für Cat 6A Komponenten" hin.
Die Re-embedded-Methode ermöglicht eine präzisere und schnellere
Prüfung der Signalübertragung in RJ45-Steckverbindungen als der bisher
in der Branche verwendete De-embedded-Test. Das neue Prüfverfahren ist
in der Norm IEC 60512-27-100 beschrieben. Hersteller wie R&M führen
diese Tests regelmässig insbesondere bei Neuentwicklungen wie Cat 6A durch, um nachzuweisen, dass Stecker
und Anschlussmodule die Signale einwandfrei übertragen. Unter anderem
wird dabei geprüft, wie sich Störfaktoren wie das so genannte
Nebensprechen auf die Signalübertragung auswirken.
Der Test soll ausserdem zeigen, dass die Produkte eines Herstellers
auch dann die erwartete Leistung bringen, wenn sie mit Produkten anderer
Hersteller kombiniert werden. Bisher musste man dazu aufwendige
Testreihen durchführen und jedes Anschlussmodul mit jeweils zwölf
einzelnen Teststeckern prüfen. Bei den Hochfrequenz-Anwendungen, um die
es bei Cat 6A geht, war der
Testaufbau fehlerträchtig. Beim neuen Re-embedded Test ermittelt man die
Ergebnisse rein rechnerisch anhand von 14 simulierten Steckern.
Messungen erfolgen nun unmittelbar am starren Testkopf eines
Netzwerkanalysators, so dass Störungen ausgeschlossen werden können, die
z.B. von beweglichen Kabeln herrühren. Insgesamt führt die Re-embedded
Methode zu einer höheren Messqualität und zu präziseren Aussagen über
das Schwankungs- und Grenzwertverhalten eines Steckers bzw.
Anschlussmoduls.
R&M warnt jedoch davor, Ergebnisse aus einem Re-embedded-Test als
alleinigen Qualitätsnachweis zu betrachten. „Das Re-embedded Modell ist
eine hervorragende Testmethode. Aber entscheidend ist, dass die
Komponenten strikt die Spezifikationen der einschlägigen Normen wie ISO
11801 und IEC 60603-7-41/51 erfüllen“, sagt Dominik Schweizer vom
R&M Engineering Test Lab in Wetzikon.
Der Verkabelungsspezialist R&M prüft seine eigenen Produkte nach
weit strengeren Massstäben als die Standardisierungsgremien empfehlen.
R&M bezieht sich jedoch auf das Re-embedded-Modell. Ausserdem prüft
R&M auch ältere Komponentengenerationen wie Cat. 5e und Cat. 6 nach
den neuen Verfahren, um sie bei Bedarf verbessern und die volle
Rückwärtskompatibilität der Anschlusstechnik garantieren zu können. „Es
ist unter dem Gesichtspunkt der Standardisierung und im Hinblick auf
einheitliche, physikalisch korrekte Angaben sinnvoll, das
Re-embedded-Verfahren bei allen Komponentengenerationen anzuwenden“, so
Dominik Schweizer.