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Neuer Leuchtstoff für warmes LED-Licht
Archiv | 19.11.2011 | Forscher von Siemens Corporate Technology und Osram haben einen neuen tiefrot leuchtenden Leuchtstoff für Leuchtdioden entdeckt. Er wurde mit High Throughput Experimentation Technologie (HTE – deutsch: Hochdurchsatztechnik) entwickelt, die eine große Zahl komplexer Materialien in sehr kurzer Zeit screenen kann. Der neue Leuchtstoff ist geeignet für Warmweiß-LEDs für Allgemeinbeleuchtung, für die Hintergrundbeleuchtung in LCD-Bildschirmen oder im Automotive-Bereich.
Leuchtdioden (LED) sind die Leuchtmittel der Zukunft, da sie Energie
sparen helfen, eine lange Lebensdauer haben und flexibel einsetzbar sind.
Allerdings ist die Farbauswahl bei LEDs noch begrenzt. Um das
ultraviolette oder blaue Licht von üblichen Halbleiter-Leuchtdioden in
weißes oder andersfarbiges Licht umzuwandeln, werden daher
fluoreszierende Leuchtstoffe auf dem Halbleiterchip platziert. Mit diesen
Leuchtstoffen kann heute bereits ein großer Bereich des Farbspektrums
abgedeckt werden. Allerdings fehlen noch effiziente, stabile
Leuchtstoffe, die tiefrotes Licht emittieren. Deshalb suchen Entwickler
nach weiteren Farbvarianten. Da aber feine Unterschiede in der
Zusammensetzung eines Leuchtstoffs seine Emissionseigenschaften stark
beeinflussen, ist es nötig, die Materialzusammensetzung in vielen kleinen
Schritten zu variieren. So entstehen große Probenmengen, die nicht mehr
in überschaubarer Zeit von Hand hergestellt und untersucht werden
können.
Bei der zentralen Siemens-Forschung Corporate Technology wurde dazu eine
spezielle HTE-Technologie entwickelt, mit der sich diese Proben
systematisch untersuchen lassen. Die HTE automatisiert die
Experimentplanung, Probenherstellung, Charakterisierung, Auswertung und
das Reporting. In ihren HT-Experimenten stellten die Forscher über 660
Probenvarianten aus zwölf speziellen Materialkombinationen her. Dabei
konnten sie einen neuen tiefrot emittierenden oxynitridischen Leuchtstoff
identifizieren, der eine Rotverschiebung von 15 bis 30 Nanometern
gegenüber bisher bekannten Rot-Leuchtstoffen zeigt.
Der neue Leuchtstoff erweitert Osrams Patentportfolio und stärkt so die
Wettbewerbssituation der Firma. Gleichzeitig geht die Suche nach
innovativen Systemen mit Potential für LED-Anwendungen weiter, indem die
Forscher mehrere neue Materialsysteme mit einem grobmaschigen Screening
untersuchen, um schnell einen Überblick über eine große Zahl
interessanter Materialien zu gewinnen und gegenüber einer konventionellen
Entwicklung einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

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