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Mit intelligenter Farbe Risse in Bauwerken aufspüren
 Smart Paint: Mohamed Saafi und Assistent im Labor (Foto: strath.ac.uk)
Archiv | 04.02.2012 | Eine Erfindung der Strathclyde University im schottischen Glasgow könnte zukünftig die Überprüfung von Baustrukturen erheblich vereinfachen. Aus Abfallprodukten und Nanotechnologie bestehende Farbe kann in Verbindung mit Elektroden selbst mikroskopisch kleine Risse in Oberflächen aufspüren. Damit könnten Kosten der Wartung großer Gebäude und Konstruktionen zukünftig erheblich verringert werden.
"Die Entwicklung dieser intelligenten Farben-Technology könnte
weitreichende Veränderungen im Sicherheitsmonitoring großer Bauwerke mit sich
bringen", sagt Mohamed Saafi vom Institut für Bauingenieurswesen. Er war
federführend an der Entwicklung der Nanofarbe beteiligt.
Diese besteht hauptsächlich aus Kohlenstoff-Nanoröhren und recycelter
Flugasche. Diese ist ein Restprodukt, das beispielsweise bei Müllverbrennungen
anfällt und daher günstig zu gewinnen ist. Es besteht aus extrem kleinen und
leichten Aschepartikeln. Der Mix aus beiden Materialien ergibt eine
Zementartige Konsistenz.
"Ähnlich wie das Nervensystem"
"Der Prüf-Prozess involviert eine Art Drahtlosnetzwerk. Die Farbe wird
mit Netzwerkknoten ausgestattet, die selbst Energie sammeln und automatisch
nicht sichtbare Schäden aufspüren können", erklärt Saafi. Dies
funktioniert mittels Spannungsmessung, da selbst mikroskopische Bruchlinien
eine Änderung der Leitfähigkeit der Farbe an der bestimmten Stelle
herbeiführen.
Auch kleine Bewegungen, die auf Korrosion oder strukturelle Schwächen
hindeuten können, werden registriert. "Die Elektroden auf der Farbe
agieren ähnlich wie das menschliche Nervensystem", erklärt der Forscher
gegenüber Wired.
Alternative zu manueller Prüfung
Besonders bei Windkraftwerken spielt die intelligente Farbe ihre Vorteile
gut aus. Die Anlagen werden in der Regel visuell und dementsprechend
kostenaufwändig und schrittweise auf Schäden geprüft. Die Erfindung aus Glasgow
würde hingegen die dauerhafte Überwachung der kompletten Struktur zu einem
Bruchteil der Kosten gewährleisten, so der Forscher. Die Eigenschaften der
Farbe sollen sie zudem geeignet machen, um auch unter widrigen Wetterumständen
Kontrollen durchführen zu können.
Erste Experimente an der Universität sind bereits erfolgreich verlaufen. Nun
hofft man, bald einen praktischen Testlauf an großen Gebäuden vorzunehmen. (pte)

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