|
|
Leuchtender Kunststoff: OLED mit Rekordeffizienz
Archiv | 14.01.2012 | Eine flexible OLED von Osram erreicht die derzeit höchsten Effizienzwerte. Bei OLED handelt es sich wie bei ihrer Schwestertechnologie LED um Halbleiter, die Strom in Licht umwandeln. Während LED ausgehend von einem winzigen leuchtenden Chip Licht punktförmig abgeben, erzeugen die so genannten OLED-Panels eine leuchtende Fläche.
Seit zwei Jahren gibt es
erste OLED-Produkte für die Beleuchtung in Form von dünnen Lichtkacheln.
Biegsame Varianten sind derzeit noch in der Entwicklung. Forscher von
Osram stellten nun im Labor eine etwa elf mal drei Zentimeter große, weiß
leuchtende flexible OLED her, die pro Watt elektrische Leistung 32 Lumen
Licht liefert. Damit ist sie bereits effizienter als eine Halogenlampe.
OLED sind sehr leichte und wenige Millimeter dünne Flächenstrahler, die
blendfreies, weißes Licht liefern. Sie eröffnen bisher ungeahnte
Gestaltungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel leuchtende Raumteiler. Die
aktive Leuchtschicht einer OLED besteht aus organischen Kunststoffen und
ist nur einen halben Mikrometer dick. Sie wird zusammen mit dünnen
Metallkontakten bei der starren Variante auf eine Glasscheibe
aufgebracht. Eine ausgeschaltete OLED hat eine diffus weiße oder
spiegelnde Oberfläche. Bereits entwickelt werden auch transparente
Varianten, die tagsüber als Fenster und nachts als Lichtquelle fungieren
können. Weil die Leuchtschicht selbst flexibel ist, arbeiten die Forscher
auch an biegsamen OLED. Die flexiblen Lichtflächen müssen aber noch
effizienter werden, um sich in der Breite durchzusetzen.
Die hohe Effizienz von 32 Lumen pro Watt erreichten die Osram-Forscher
unter anderem durch ein spezielles Design der aufgedampften elektrischen
Kontakte. Gemessen wurde der Rekordwert unter möglichst anwendungsnahen
Bedingungen an einem großflächigen Muster und ohne Linsen oder andere
Maßnahmen zur Steigerung der Lichtausbeute. Eine Herausforderung beim
Design flexibler OLED ist der Schutz der empfindlichen Leuchtschicht vor
Sauerstoff und Feuchtigkeit. Statt mit einer Glasabdeckung wird die
flexible OLED mit einem speziellen Dünnschichtverfahren versiegelt. Eine
Stahlfolie, die dünn wie ein Blatt Papier und biegsam ist, ersetzt die
Glasscheibe auf der Rückseite.
Die Siemens-Tochter Osram hat in den vergangenen fünf Jahren etwa 50
Millionen Euro in die Entwicklung von OLED investiert. Vor zwei Jahren
hat das Unternehmen mit Orbeos ein erstes OLED-Produkt für diesen Bereich
vorgestellt und im August 2011 die weltweit erste Pilotproduktion in
Betrieb genommen. Um die Technologie zügig für einen breiteren Markt zu
erschließen, bietet Osram seit kurzem das Einsteiger-Produkt Orbeos Dance
inklusive Vorschaltgerät und Anschlusszubehör an.

|
|