Die Entwicklung des PMI ist damit ein prominenter Vorbote der von uns prognostizierten Wachstumsverlangsamung. Einerseits lag der PMI erneut über der Wachstumsschwelle, wo er sich in der saisonbereinigten Darstellung mittlerweile seit einem Jahr befindet. Andererseits war die Abwärtskorrektur des Indexes überdurchschnittlich stark; im langjährigen Durchschnitt beträgt ein Indexrückgang 1.8 Punkte. Auch aus einer über drei Monate geglätteten Darstellung geht hervor, dass das Tempo der Erholung in der Industrie den Höhepunkt wohl überschritten hat. Der solchermassen gebildete Index verlor 1.7 Punkte und schloss auf 64.6 Zählern.
Der Blick auf die Subindizes bestätigt unsere Erwartung einer Wachstumsverlangsamung ebenfalls. Von den fünf Subindizes, die in die Berechnung des PMI einfliessen (grau hinterlegt), notierten vier tiefer als im Juli. Alle fünf befanden sich aber immer noch oberhalb der Wachstumsschwelle. Die Abwärtsbewegung fiel bei jenen Subindizes am kräftigsten aus, die bereits im Frühjahr auf historische Höchststände geklettert waren. So büsste die Produktionskomponente 9 Punkte und die Auftragsbestandkomponente 8.8 Punkte ein. Die Lieferfristenkomponente, welche erst im Juli einen neuen historischen Höchstsand erreicht hatte, konnte sich dagegen vergleichsweise gut halten (-3.6 Punkte). Die Beschäftigungskomponente, die in der Regel mit einer gewissen Verzögerung reagiert, stieg im August sogar noch an (1.2 Punkte).Konzept des PMI
Der schweizerische PMI existiert seit Januar 1995. Er ist ein Gemeinschaftswerk der CREDIT SUISSE und procure.ch. Das Konzept des PMI ist denkbar einfach und wird in den USA mit Erfolg seit über 50 Jahren angewandt. Jeden Monat werden über 200 Einkaufsmanager von Schweizer Industrieunternehmen über deren Performance im laufenden Monat im Vergleich zum Vormonat befragt. Die Fragen sind qualitativer Art, d.h. die Einkaufsmanager müssen einschätzen, ob das Aktivitätsniveau "höher", "gleich" oder "tiefer" liegt als im vorhergehenden Monat.