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Drucktransmitter und Drucksensoren aus korrosionsfestem Titan
Archiv | 17.01.2012 | Für den Einsatz in stark korrosiven Medien liefert die Keller AG für Druckmesstechnik seit geraumer Zeit Produkte in Titan-Ausführung. Das Metall hat eine ganze Reihe von Vorzügen für den Einsatz unter sehr speziellen Bedingungen.
Als Ersatz für Stahl wird der Werkstoff Titan in der Luft- und
Raumfahrt vor allem aus Gewichtsgründen eingesetzt. In der
Medizintechnik zählt besonders die chemische und biologische Neutralität
von Titan. Letztere resultiert aus einer festen Oxidschicht auf der
Oberfläche des Materials. Diese Oxidschicht hat zur Folge, dass
Komponenten aus Titan im Gegensatz zu branchenüblichen Edelstählen auch
in Salz- oder Chlorwasser keine Korrosion zeigen. Deshalb findet man
Titan in der Prozessmesstechnik vermehrt dann, wenn es um Abwasser geht,
das mit unbekannten korrosiven Stoffen belastet sein kann. Mit einem
Titangehäuse lassen sich hydrostatische Pegelmessungen in Brackwasser
oder sogar Eisenchlorid vorteilhaft realisieren.
Grosse Überraschung ergab sich bei der Entwicklung
eines Ø 9 mm implantierbaren Sensors aus Titan. Aus Stahl gefertigt darf
ein solcher Sensor maximal 60 °C ausgesetzt werden. Bei höheren
Temperaturen verformt die temperaturbedingte Ausdehnung des Öls die
Stahlmembrane so weit, dass sie nicht mehr in die Ursprungslage
zurückkehrt. Im Gegensatz dazu weist die Titanmembrane bis 120 °C
keinerlei Verformung auf, was auch Stabilitätsfehler viel
unwahrscheinlicher macht gegenüber Produkten mit Stahlmembrane. Grund
dafür ist der halb so grosse Elastizitätsmodul.
Der deutsche Chemiker Heinrich Klaproth war 1795 von den Eigenschaften
eines neu entdeckten Elementes derart angetan, dass er ihm – in
Anlehnung an das griechische Göttergeschlecht der Titanen – den Namen
Titan gab. Der bekannteste Titan ist Atlas, der von Zeus verdonnert
wurde, die Erdkugel zu tragen.
Bei Keller werden hochwertige Transmitter mit höchsten Stabilitätsanforderungen vermehrt in Titan gefertigt.

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